FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 1/2026
Heuser: Mit dem Blick nach vorn stellen sich viele die Frage, wie viel „Mensch“ ein KI-Fonds in zehn Jahren noch brauchen wird.WasantwortenSie? Radjabi: Ich bin überzeugt, dass der menschliche Anteil eher steigen als sinken wird. Je dominanter KI wird, desto stärker suchen Anleger jemanden, der einordnet, SULRULVLHUW XQG =ZHLIHO RȬHQ DQVSULFKW KI kann uns helfen, schneller zu arbeiten und Informationen besser zu verarbeiten. Aber sie nimmt uns nicht die Verantwor- tung ab, aus diesen Informationen ver- nünftige Entscheidungen abzuleiten. Prunas: Unsere Aufgabe ist, in einem Umfeld rasant wachsender nicht menschli- cher Intelligenz Kapital dorthin zu lenken, wo KI langfristig Produktivität, Wohl- VWDQG XQG 1DFKKDOWLJNHLW VFKDȬW XQG nicht nur kurzfristig Schlagzeilen produ- ziert. Der Titel eines Buchs von Dorie Clark, Professorin an der Columbia Uni- versity, das wir beide sehr schätzen, lautet „The Long Game“ und beschreibt, wie man in einer kurzlebigen Welt langfristig strategisch denkt. Das beschreibt sehr gut unseren Ansatz in diesem Fonds. VielenDank für dasGespräch. HANS HEUSER FP » Ich bin davon überzeugt, dass der menschliche Anteil bei einem KI-Fonds eher steigen als sinken wird. « Maxence Radjabi, Oddo BHF AM Analystenurteil von Dewi John „Außergewöhnlich, aber kein reiner KI-Fonds“ Traditionell tunsichauf das ThemaKI fokussierte Fonds schwer, Anlegerkapital anzuziehen. Inves- toren decken ihr KI-Engagement eben immer noch stark über die großen Werte des S&P 500Indexab.VordiesemHintergrundistder Oddo BHF Artificial Intelligence durchaus außergewöhnlich: Als nach Artikel 9 SFDR zugelassener Fonds, eine Kategorie, die 2025 Nettomittelabflüsse von über 25 Mil- liardenEuroverzeichnet hat, verwalteteder Oddo BHF Artificial Intelligence im Januar 2026 rund 866 Millionen Euro. Die Fonds- manager betonen dabei allerdings, dass es sich nicht um einen reinen KI-Fonds han- dele, sondern umein Vehikel, das in Unter- nehmen investiert, die von KI profitieren – einwichtiger Unterschied. Dennoch lag der Technologieanteil zuletzt bei knapp 49 Prozent, weshalb Lipper ihn zur Kategorie „Equity Sector – Information Technology“ zählt. Das scheint auf den erstenBlick zuderMSCI-World-Benchmark des Fonds im Widerspruch zu stehen, erklärt sich aber durch den Ansatz: Auch Banken oder Pharmaunternehmen können von KI-Innovatio- nen profitieren und sind deshalb im Anlageuni- versum enthalten. Die Benchmark ergibt daher Sinn, auch wenn sich das nicht eins zu eins im Portfolio widerspiegelt. Auffällig ist aller- dings das Fehlen von TSMC. Die Mana- ger begründen dies mit dem bereits hohen indirekten Exposure über investierteWerte wie Apple oder Nvidia sowie mit dem poli- tischenRisikodurchdenUnternehmenssitz von TSMC in Taiwan. Performanceseitig blieb der Fonds in den Jahren 2024 und 2025 sowie Anfang 2026 hinter dem Technologiesektor als seiner eigenen Benchmark zurück. Die Manager räumen ein, in einigen Bereichen zu früh positioniert gewesen zu sein, sehen jedoch keinenHandlungsbedarf. AlsReferenz dient ihnen das Jahr 2022, in dem der Fonds mit einem Plus von 40,7 Prozent sowohl den MSCI World (+19,6 Prozent) als auch die Lipper-Kategorie „Equity Sector IT“ (+28,5 Prozent) deutlich übertroffen hat. ISIN: LU1919842267 Agio: 5,00 % Laufende Kosten: 1,71 % Erstausgabedatum: 14.1.2019 Fondsmanager: Brice Prunas und Maxence Radjabi Quelle:Mountain-ViewFondsdaten 80% 100% 120% 140% 160% 180% 200% 220% 240% ’26I 2025 I 2024 I 2023 I 2022 I 2021 I 2020 I 2019 ODDO BHF Artificial Intelligence CR-EUR Index AktienWelt Alt Alt 90 fondsprofessionell.de 1/2026 MARKT & STRATEGIE Fondsmanager im Kreuzverhör | Brice Prunas + Maxence Radjabi | Oddo BHF FOTO: © FRANÇOIS DABURON FÜR FONDS PROFESSIONELL KREUZ VERHÖR
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