SACHWERTE SPEZIAL, Sonderausgabe 2026
sind“, sagt Jörg Busboom, Vorstand der Ökorenta, die Investments in erneuerbare Energie und Infrastruktur anbietet. Grundlastfähigkeit Die Grundlastfähigkeit von Solar- und Windkraft ist hingegen tatsächlich so nicht gegeben. Dem kann aber durch den Ausbau von Spei- chersystemen Abhilfe geschaffen werden. Große Batterien sind die Energiespeichertechnologie, die sich derzeit am stärksten durchsetzt (siehe auch FONDS professionell 4/2025, Seite 218). Laut einer Untersuchung des Bundesverbands solare Wirt- schaft wurden in Deutschland allein im ersten Quartal 2026 mehr als zwei Gigawattstunden (GWh) neue Speicherkapazität in Betrieb genommen. Damit wuchs der in Deutschland ver- fügbare Batteriespeicherbestand auf insgesamt etwa 28 GWh, verteilt auf rund 2,5 Millionen Anlagen. Das reiche, um den durchschnittlichen Tagesstrom- verbrauch von rund drei Millionen Privat- haushalten zu speichern, rechnet der Ver- band vor. „Batteriespeicher können den Bedarf an teuren Reserve-Gaskraftwer- ken deutlich reduzieren“, erklärt Carsten Körnig, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands. Die Möglichkeiten sind hier längst noch nicht ausgeschöpft. Volkswagen hat kürz- lich ein Konzept angekündigt, mit dem E-Autos als Netzspeicher fungieren kön- nen. Mittels „Vehicle-to-Grid“ würden sie Speicherkapazität zur Verfügung stellen und überschüssige Energie vonWind- und Solarkraftwerken aufnehmen können – um damit zu fahren oder sie bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. „Merit Order“-System Dass die Stromrechnungen privater Haushalte höher ausfallen, als man ange- sichts der geringen Gestehungskosten und des hohen Anteils der Erneuerbaren am Strommix vermuten würde, hat mit dem „Merit Order“-System an den europäi- schen Strombörsen zu tun. Die an europäischen Strombörsen gel- tende „Rangfolge der Vorteilhaftigkeit“ sieht vor, dass zunächst der günstigste Strom abgenommen wird, das sind regel- mäßig Solar- undWindstrom. Wird mehr Strom nachgefragt, wird gemäß ihrer steigenden Grenzkosten sukzessive Strom aus teureren Quellen zugeschal- tet. Fatale Pointe: Der Preis des teuersten benötigten Kraftwerks gilt als Einheitspreis für alle. „Infolge des Angriffs Russ- lands auf die Ukraine zeigte sich eine Auswirkung des ‚Merit Order‘-Systems besonders: Gas wurde schlagartig extrem teuer mit Kosten von bis zu einem Euro je Kilowattstunde – wo- raufhin die anderen Energien auf diesem Niveau nachziehen mussten“, erläutert Busboom. Anbieter von Strom aus er neuerbaren Quellen profitieren in solchen Phasen enorm. Ihre Geschäftsmodelle zielen jedoch auf den Zubau von Kraftwerken und die Flexibilisierung des Ver- teilernetzes. TILMAN WELTHER FP Selbst so konservative Staaten wie Texas bauen Solar- und Windenergie aus, weil sie unschlagbar günstig sind. Jörg Busboom, Ökorenta Nachhaltige Infra strukturinvestments bie- ten Stabilität, Inflations- schutz und langfristiges Wachstumspotenzial. Timo Werner, Commerz Real SACHWERTE Erneuerbare Energien SPEZIAL 68 fondsprofessionell.de 2/2026 FOTO: © ÖKORENTA, CHRISTOPH HEMMERICH Erneuerbare am günstigsten Stromgestehungskosten verschiedener Energieträger* Die Grafik zeigt die Stromgestehungskosten für Kraftwerke, wenn sie 2024 neu errichtet wordenwären. * inDeutschland,Stand2024|Quelle:Fraunhofer ISE 0 10 20 30 40 50 Max [Eurocent/kWh] Min [Euroc nt/kWh] Kernkraft Gasturbine Steinkohle Braunkohle Feste Biomasse Biogas Wind O shore Wind Onshore PV Dach PV frei mit Batterie PV frei Euro-Cent je Kilowattstunde, von/bis
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