FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

Zusatz rendite Einige Investmentfonds kehren einen Teil ihrer Einnahmen für den guten Zweck aus. Das Fair Finance Institute hat nun erstmals eine Übersicht über dieses Segment der Spendenfonds vorgelegt. I nvestieren und damit etwas Positives bewirken – klingt gut, ist aber gar nicht so einfach. Insbesondere bei indirekten Investments, wie es etwa der Kauf eines Aktienfonds darstellt, ist der „Impact“ in aller Regel viel geringer, als die Anle- ger sich das wünschen. Selbst wer einen Fonds zeichnet, der nur in „dunkelgrüne“ Branchen investiert, erspart der Welt damit kein Gramm Kohlendioxid – es wechseln ja nur ein paar Aktien den Besit- ]HU 'HQQRFK ljQGHW VLFK DXFK LP 6HJPHQW der Wertpapierfonds eine Nische, in der Anleger guten Gewissens behaupten kön- nen, dass ihr Investment etwas in der rea- len Welt bewirkt: Spendenfonds. Das Fair Finance Institute hat sich diese Produkte in einer Studie näher angesehen. ,QVJHVDPW LGHQWLlj]LHUWHQ GLH $XWRUHQ 36 Publikumsfonds mit Zulassung in Deutschland, Österreich und/oder der Schweiz, die mit Teilen ihrer Einnahmen Zwecke aus Bereichen wie Bildung, Kin- derförderung oder Klima- und Umwelt- VFKXW] IĆUGHUQ ,QVJHVDPW ijRVVHQ ĞEHU diese Fonds mit Spendenkomponente in den vergangenen Jahren mindestens 27,9 Millionen Euro an soziale oder ökologi- sche Organisationen und Projekte. „Die Spendenkomponente kann entwe- der auf Ebene des Fonds oder auf Ebene einzelner Anteilsklassen umgesetzt wer- den“, erläutert das Institut. Es gebe meh- rere Wege, diese Komponente in Fonds zu integrieren. Die Studie unterscheidet zwi- schen Volumen-, Gebühren-, Ertrags- und Performancemodellen. Am weitesten ver- breitet sind Modelle, bei denen ein Betrag gemessen als Anteil des Fondsvolumens oder der Verwaltungsgebühr sozial-ökolo- gischen Zwecken zugutekommt. „Gesellschaftlicher Mehrwert“ „Die Verbindung von Philanthropie und nachhaltigem Investment birgt Poten- ziale zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen, die weiter erschlos- sen und stärker berücksichtigt werden NĆQQWHQĺ PHLQW )DLU )LQDQFH &KHljQ *HVD Vögele. Ähnlich argumentiert Alfred Kober, Vorstand der Security KAG, die mit sieben Fonds in der Studie am häu- ljJVWHQ YHUWUHWHQ LVW (LQ 7HLO GHU 9HUZDO - tungsgebühr, die für die „Social Tranches“ der nachhaltigen Apollo-Fonds anfällt, ijLHĕW LQ HLQHQ )ĆUGHUWRSI GHU ĆNRORJL - sche, soziale und wissenschaftliche Pro- jekte unterstützt. Kober: „Über die Social Tranches möchten wir mit unseren Fonds QLFKW QXU HLQH ljQDQ]LHOOH 5HQGLWH HU]LH - len, sondern auch zur Umsetzung nach- haltiger Projekte beitragen und den gesell- schaftlichen Mehrwert von Investments weiter ausbauen.“ BERND MIKOSCH FP Es dauert immer länger, bis sich der klassische Klingelbeutel in der Kirche füllt. Bei Sammelbüchsen für wohltätige Zwecke sieht es ähnlich aus. KeinWunder, dass die Organisa- tionen nach neuenWegen suchen. 27,9 Mio. Euro flossen in den vergangenen Jahrenmin- destens über Publikumsfondsmit Spenden- komponente an soziale oder ökologische Organisationen und Projekte. FairFinance Institute Die Tabelle zumArtikel finden Sie auf der nächsten Seite. 106 fondsprofessionell.de 2/2026 MARKT & STRATEGIE Nachhaltigkeit FOTO: © IVONNE WIERINK | STOCK.ADOBE.COM

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