FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
gen münden, so die Befürchtung. Große Indexanbieter würden „die Regeln biegen, um Konzerne in die Portfolios zu pressen – koste es die Anleger, was es wolle“, kri- tisiert Hajek. Parkett gemieden Die Nasdaq wiederum argumentiert, dass heranwachsende Unternehmen heut- zutage den Gang aufs Parkett hinaus- schieben, „was dazu führt, dass sie zum Zeitpunkt des Börsengangs eine größe- re Reife aufweisen“. Ohnehin würden Unternehmen zunehmend komplett der Börse fernbleiben, so der Handelsplatz- betreiber. „Um weiterhin die 100 größ- ten Unternehmen abzubilden, muss sich der Nasdaq-100 an dieses sich wandeln- de Umfeld anpassen“, argumentiert die Nasdaq. Umgekehrt müssen die Börsen angesichts dieser Entwicklung zuneh- mend um die Firmen buhlen, die doch den Gang aufs Parkett wagen. Dies mag dazu verleiten, die Parkett-Aspiranten mit günstigen Bedingungen zu ködern. Im Zuge des Umbaus stößt eine wei- tere Anpassung auf Kritik. So kippt die Nasdaq bei Börsenneulingen die Schwelle für den Streubesitz. Bislang mussten zehn Prozent der Aktien frei handelbar sein. 'LHVH ȬQXQJ ]LHKW PDVVLYH $XVZLUNXQ - gen nach sich. Denn der Nasdaq Index orientiert sich bei der Gewichtung einer Aktie an der gesamten Marktkapitalisie- rung und nicht allein am Volumen der tatsächlich handelbaren Anteilsscheine, dem sogenannten Free Float. Der Anteil von Unternehmen mit geringem Streubesitz wird in diesem Barometer also gleichsam hochgehebelt. Passive Anleger seien damit gezwungen, Milliarden in eine Aktie zu investieren, die kaum frei gehandelt werde, moniert RPM-Experte Hajek. „Das ist so, als würde man versuchen, einen Feuerwehrschlauch an Kapital durch einen dünnen Garten- schlauch an Liquidität zu pressen.“ Limitierter Hebel Die Nasdaq wiederum argumentiert: „Um sicherzustellen, dass die 100 größten Unternehmen weiterhin die Vorausset- zungen für die Aufnahme in den Index erfüllen, müssen sowohl börsennotierte als auch nicht börsennotierte Aktien- klassen bei der Aufnahme berücksichtigt werden.“ Der gewählte Ansatz stelle sicher, dass sich der Index weiterhin auf die größ- WHQ XQG HLQijXVVUHLFKVWHQ 8QWHUQHKPHQ konzentriere sowie die sich wandelnde Marktlandschaft widerspiegle, ohne den Streubesitz überzubewerten. Zwar führt die Nasdaq eine Obergrenze für den Hebel ein. So darf bei Aktien mit einem Streubesitzanteil von weniger als einemDrittel der Free Float maximal ver- dreifacht werden. Ein Beispiel: Weist ein Unternehmen fünf Prozent Streubesitz auf, darf dessen Aktie mit höchstens 15 112 fondsprofessionell.de 2/2026 MARKT & STRATEGIE Indizes FOTO: © FLORIAN LÄUFER I BERENBERG Wachwechsel Kumuliertes Nettomittelaufkommen von US-Aktienfonds* Anleger zogen kumuliert fast drei Billionen US-Dollar aus aktiven Fonds auf US-Aktien ab. *US-Fonds,die inUS-Aktien investieren|Quelle: InvestmentCompany InstituteFactBook2025 -3.000 -2.500 -2.000 -1.500 -1.000 -500 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 I 2024 I 2023 I 2022 I 2021 I 2020 I 2019 I 2018 I 2017 I 2016 I 2015 I Mrd. USD Index- fonds Passive ETFs Aktive Fonds Aktive ETFs Schwelle übertreten Volumen von aktiven Fonds und Indexfonds in den USA Der passive Investmentstil hat bei US-Publikumsfonds die Überhand gewonnen. FondsundETFs(Aktien-,Anleihen-undMischfonds,ohneRohstofffonds)|Quelle: InvestmentCompany Institute 0 5 10 15 20 2025 I 2024 I 2023 I 2022 I 2021 I 2020 I 2019 I 2018 I 2017 I 2016 I Bio. USD Passive Fonds Aktive Fonds » Der Markt konzentriert sich auf wenige Namen. « Ulrich Urbahn, Berenberg
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