FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

Zinsen im Paket Hochwertige Collateralized Loan Obligations (CLOs) gelten als sehr sicher – und zahlen trotzdem eine deutliche Mehrrendite. Fonds und ETFs öffnen die Anlageklasse für Privatkunden. D ie Zinsprämien auf Unternehmens- anleihen fallen derzeit mager aus. Wenn also eine hochwertige AAA-Zins- anlage einen Renditeaufschlag von mehr als 100 Basispunkten bietet, dann wer- den Anleger schon mal hellhörig. Genau damit punkten Collateralized Loan Obli- gations (CLOs): Topsicherheit und attrak- tive Zinsen. Lange galten sie als abso- lutes Nischensegment, doch nun brin- gen immer mehr Fondsanbieter entspre- chende Produkte auf den Markt. Das Geheimnis der CLOs liegt in ihrer Verpackung: Sie bündeln Hunderte Ein- zelkredite in einem strukturierten Paket. Ein typischer Einzelkredit hat ein Rating zwischen BB+ und B–, eine Laufzeit von etwa fünf bis sieben Jahren und eine variable, an den Geldmarktsatz gekop- pelte Verzinsung. Bei den Kreditnehmern handelt es sich ganz überwiegend um mittelgroße bis große Unternehmen, die im Besitz von Private-Equity-Fonds sind. Deren syndizierte Kredite werden unter zahlreichen Investoren aufgeteilt. Spezia- lisierte CLO-Manager wiederum schnü- ren aus den schwachen Einzelkrediten ein solides Gesamtpaket. Jeder CLO ist in mehreren Schichten aufgebaut mit unter- schiedlichen Ratings. Die Zins- und späte- ren Tilgungszahlungen der Unternehmen ijLHĕHQ ]XQÌFKVW NRPSOHWW LQ GLH REHUVWHQ AAA- und AA-Tranchen. Erst wenn diese beglichen sind, wird die nächste Tranche zurückbezahlt, bis hinunter zu den riskan- testen Eigenkapitaltranchen. Damit funktioniert ein CLO anders als etwa ein Fonds auf Unternehmens- anleihen: Gerade im High-Yield-Segment schlägt sich hier schließlich jeder Default unmittelbar im Portfolio nieder. Das ist beim CLO anders: „Bei hochwertigen CLOs muss das Wasser in den ersten oder zweiten Stock steigen, bis es wehtut“, sagt Norbert Adam, Leiter CLO-Portfolioma- nagement bei Lupus Alpha. Trotzdem sind die Zinsen attraktiv: Aktuell zahlen die hochwertigsten AAA-Notes rund 120 Basispunkte Zinsplus gegenüber vergleich- baren Anleihen, BBB-Notes etwa 300 Basispunkte. „CLOs bieten eine wider- standsfähige Kreditqualität und dazu eine Spread-Prämie gegenüber Unternehmens- anleihen vergleichbarer Ratings“, sagt The Duy Nguyen, Leiter Secured Finance bei BNP Paribas Asset Management. Robuste Konstruktion Technisch gesehen ähnelt die Struk- tur eines CLO einer Firmenbilanz. Auf GHU $NWLYVHLWH GHU %LODQ] EHljQGHQ VLFK die einzelnen Unternehmenskredite mit Ratings von BB+ und darunter, auf der Passivseite stehen die einzelnen Tranchen von der AAA- bis zur Eigenkapital- oder First-Loss-Tranche. Die Konstruktion gilt als sehr robust: Bevor eine AAA-Tranche einen Verlust erleidet, müssten rund 40 Prozent aller Was ist drin? Für Außenstehende lässt sich das kaumbeurteilen. Das gilt auch für forderungsbesi- cherteWertpapiere. ZumGlück gibt es Ratingagenturen, die diese Pakete gewissermaßen öffnen dürfen. » Das Wasser muss bis in den ersten oder zweiten Stock steigen, bis es wehtut. « Norbert Adam, Lupus Alpha 158 fondsprofessionell.de 2/2026 MARKT & STRATEGIE Alternative Investments FOTO: © MICHAEL_HERRMANN | STOCK.ADOBE.COM

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