FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

Einzelkredite im CLO ausfallen. So weit kam es nicht einmal in der globalen Finanzkrise 2008/2009. Trotzdem leiden CLOs seit der Finanzkrise unter ihrer Zugehörigkeit zur Familie der Asset- Backed Securities (ABS). Zur Erinne- rung: ABS-Strukturen, die auf schwachen Immobilien- oder Verbraucherkrediten basierten, erlitten damals massive Ver- luste. CLOs unterscheiden sich zwar deut- lich, da hinter den Krediten große Unternehmen aus einer Vielzahl von Branchen ste- hen, trotzdem schrecken viele Anleger vor dieser Wertpapier- gattung zurück. Zum relativ hohen Zins- aufschlag trägt auch die Kom- plexität des CLO-Marktes bei: „Eine CLO-Struktur hat meh- rere Parameter“, sagt Lupus- Alpha-Manager Adam. „Ich kann nicht pauschal behaup- ten, dass 110 Basispunkte Spread für ein AAA-Rating attraktiv sind, wenn ich nicht weiß, ob ich diesen Spread nur für anderthalb bis zwei Jahre erhalte oder im besten Fall für sie- ben Jahre.“ Optionalitäten wie vorgezo- gene Rückzahlungen lassen sich statistisch nur näherungsweise modellieren. Hinzu kommt, dass der Markt stark fragmen- tiert ist und es Expertise und Ressour- cen braucht, um die zugrunde liegenden Portfolios zu bewerten. All das treibt den Zinsaufschlag der Konstruktion nach oben. Euro-Zusatzsicherung Das weltweit ausstehende Volumen an CLOs liegt bei rund 1,4 Billionen US-Dol- lar, sagt Steve Page von Barings. Davon stehe der US-Markt für etwa eine Billion Dollar und der Euro-Markt für 300 bis 350 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der US-Hochzinsanleihenmarkt kommt auf etwa 1,4 Billionen Dollar. „Gerade der europäische CLO-Markt zeigt ein bemerkenswert dynamisches Wachstum“, berichtet Page. Die Emissionstätigkeit sei in den vergangenen Jahren deutlich rascher gestiegen als in den USA – ein Trend, der sich seiner Meinung nach fort- setzen dürfte. Europäische CLOs gelten aufgrund einer regulatorischen Beson- derheit als besonders robust: Hier muss der CLO-Manager, nicht zu verwechseln mit dem Fondsmanager, mindestens fünf Prozent des CLO-Volumens selbst investieren – und zwar in den untersten, risikotragenden Tranchen. „Der Manager WUÌJW DOVR KÌXljJ GLH +ÌOIWH GHU )LUVW /RVV Tranche“, betont Adam. Er hält das für ein sinnvolles Instrument: „Die Manager schauen schon, dass sie nicht ihr eigenes Geld vernichten.“ In den USA wurde eine entsprechende Vorgabe unter der Trump- Regierung wieder zurückge- nommen. Lupus Alpha lancierte 2015 den ersten CLO-Publikums- fonds in Deutschland, seit Kurzem kommen zudem immer mehr aktive CLO- ETFs auf den Markt. Den Anfang machte Fair Oaks 2024, kurze Zeit später folgte Janus Henderson. Inzwischen sind auch Fonds und ETFs auf BBB-CLOs verfügbar, die ein höheres Ertragspotenzial haben, allerdings bei entspre- chend größerem Risiko. Die Fonds und ETFs investieren ihrerseits in der Regel in 40 bis 160 fondsprofessionell.de 2/2026 MARKT & STRATEGIE Alternative Investments FOTO: © JEAN-BAPTTISTE GUITON I BNP PARIBAS, BARINGS Deutlicher Aufschlag Sekundärmarkt-Spreads für EUR-CLOs ForderungsbesicherteWertpapiere bietenwesentlich höhere Renditen als andere Anleihen vergleichbarer Bonität. Quelle:CitiVelocity|Stand:15.4.2026 0 200 400 600 800 1.000 B BB BBB A AA AAA Spread in Basispunkten gg. Bundesanleihen 975 Basispunkte 612 325 215 175 113 Rating: The Duy Nguyen, BNP Paribas AM: „CLOs bieten eine widerstandsfähige Kreditqualität und dazu eine Prämie gegenüber Unternehmensanleihen.“ Steve Page, Barings: „Gerade der europäische CLO-Markt zeigt ein bemerkenswert dynamisches Wachstum.“

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