FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

geschlossenen AIF am Anfang mehr, dafür hat er keine Bestandsprovision. Beim Rockphant erhält der Vertriebspart- ner eine kleinere Abschlussprovision, er bekommt aber eine Bestandsprovision. Das heißt: Auf lange Sicht gleicht sich das aus, aber beim Rockphant muss der Ver- trieb einfach ein bisschen mehr Zeit mit- bringen. Und ich persönlich glaube, wenn jemand das für sich als gewichtigstes Argument hat, dann ist er vielleicht nicht so ideal für beide Produkte aufgestellt. Ich hätte schon ganz gern Vermittler, die vor allem das Interesse der Anleger im Fokus haben. Sie sagen, dass Sie den ELTIF aufgrund konkreter Nachfrage initiiert haben. Wo stehen Sie imFundraising derzeit, undwas erwartenSiebisEnde2026und2027? Wir haben erste Zeichnungen erhalten, aber das Produkt muss sich noch etablie- ren. Es gibt Anleger, die abwarten, weil sie sehen wollen, welche Investments getätigt werden. Dafür müssen wir aber zuerst das Kapital akquirieren. Wir sind inzwischen bei vielen Plattformen gelistet und haben im ersten Quartal den Fokus auf die Sicht- barkeit gelegt. Im zweiten Quartal stei- gern wir die Vertriebsaktivitäten, und ich erwarte, dass wir im zweiten Halbjahr auf einen zweistelligen Millionenbetrag kom- men werden. Für kommendes Jahr adres- sieren wir die 100 Millionen Euro. Wie unglücklich sind Ihre Vertriebspartner, dassSiemitIhrerOnline-Zeichnungsstrecke Direktgeschäftmit Anlegernmachen?B2C- Aktivitäten von Anbietern sind ja immer ein heißdiskutiertesThema imVertrieb. Bei mir hat sich noch niemand direkt beschwert – und jetzt kommt ein wichti- ger Punkt: Wenn ein Anleger eines Ver- mittlers, mit demwir eine Geschäftsbezie- hung haben, bei uns investiert, bekommt der Vermittler die Provision. Denn das System erkennt unsere Bestandsinvestoren und deren Vermittler. Der Vermittler erhält die Provision auch, wenndie Zeichnung nicht von ihmangesto- ßenwurde? Ja, das ist grundsätzlich korrekt. Denn DXV XQVHUHU 6LFKW NRPPW GHU EHWUHȬHQGH Anleger auf Empfehlung des Vermittlers zur Zeichnung, und so wollen wir den Vermittler in den Abschlussprozess inte- grieren. Im Übrigen haben Vermittler eher die Befürchtung, dass die lokalen Banken ihnen das Geschäft wegnehmen. Das erachte ich nicht für so sehr begrün- det, denn ich habe Rockphant testweise über viele Banken gezeichnet, und das war in keinem Fall ein leichtes Unterfan- gen. Deshalb glaube ich nicht, dass Anle- ger, die über Finanzanlagenvermittler vom Rockphant erfahren haben, zu ihrer Sparkasse gehen und dort zeichnen. EinNeukunde, derbishernochniebei Ihnen investiert hat, könnte jedoch am Vertrieb vorbei ohne Einbindung eines oder seines Vermittlersdirekt bei Ihnenzeichnen. Diese Diskussiongabesseinerzeit,alsdieCrowd- investing-Plattformenaufkamenundeshieß, dieDigitalisierungwürdedenFinanzvertrieb revolutionieren. Theoretisch haben Sie völlig recht. Die Realität sieht aber anders aus. Bei einem MIG Fonds sind erfahrungsgemäß drei, vier, fünf Gespräche erforderlich, bis jemand zeichnet. Bei unseremRockphant- ELTIF wird das nicht viel anders sein. Wir werden über unsere Social-Media-Präsenz Menschen aktivieren und begeistern, und der eine oder andere wird dann direkt zeichnen. Aber das wird nicht der Regel- fall sein. VielenDank für dasGespräch. TILMAN WELTHER, ALEXANDER ENDLWEBER FP V I TA : Matthias Hallweger Der promovierte Rechtsanwalt Matthias Hallweger ist Gründer, Gesellschafter und Vorstand der HMW-Gruppe, die seit 2004 Venture-Capital-Fonds auflegt und kürzlich mit dem „Rockphant“ einen ELTIF imSegment Private Equity lanciert hat. » Bei Fondsmanagern mit einem guten Track Record erhält man in der Regel keine kleinen Tickets. « Matthias Hallweger, HMW SACHWERTE Matthias Hallweger | HMW 216 fondsprofessionell.de 2/2026 FOTO: © SEBASTIAN WIDMANN FÜR FONDS PROFESSIONELL

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