FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

helfen Maklern dabei, mehr Kunden zu gewinnen, zu betreuen und zusätzliches Geschäft zu generieren.“ Hierfür seien der Umfang und die Qualität der angebo- tenen Systeme und Tools ein sehr wesent- OLFKHU )DNWRU VLHKH *UDljN Nachteile Den Vorteilen stehen allerdings Nach- teile gegenüber. Dessen sind sich viele Makler durchaus bewusst. Mehrere von der Redaktion befragte Berater betonen, es sei zwar toll, alle Systeme ohne Daten- bruch nutzen zu können – allerdings sei man diesem Maklerpool dann gewisser- maßen ausgeliefert. Branchenexperten bestätigen das, sie sprechen von einer „Lock in“-Situation und digitaler Abhän- gigkeit, insbesondere in Bezug auf die Daten. Wohl jeder Pool würde einem wech- selwilligen Makler die Daten seiner End- kunden auch aushändigen – zum einen hat er Anspruch darauf, zum anderen wäre eine Verweigerung sehr schlecht fürs Marketing. „Kundendaten gehören nicht einfach dem Pool“, stellt Rechtsan- walt Norman Wirth klar. „Entscheidend ist datenschutzrechtlich, wer die Daten zu welchem Zweck und auf welcher Rechts- grundlage verarbeiten darf. Es sind ja immer die Daten der Kunden.“ Der Kunde gebe durch Vertrag, Maklervoll- macht oder Einwilligung vor, wer seine Daten nutzen darf. Makler benötigen diese Daten regelmäßig zur Kundenbetreu- ung. Produktgeber oder Pool verarbeiten sie, soweit dies für Verträge, Verwaltung oder JHVHW]OLFKH 3ijLFKWHQ HUIRUGHU - lich ist, eventuell sogar nur als Auftragsdatenverarbeiter. „Ein Pool darf Kundendaten jeden- falls nicht beliebig zurückhal- ten oder für eigene Zwecke verwenden“, betont Wirth. Wie die Pools einem wechselwilligen Makler die Daten mitgeben würden, bleibt aber zu einem guten Teil ihnen überlassen. „Ein ‚Lock-in‘ kann vorliegen, wenn die Daten in proprietären Forma- ten des Pools gespeichert sind“, mahnt Christian Solmecke, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der auf IT- und Internet- recht spezialisierten Kanzlei WBS Legal. „Während der Kooperation bemerkt der Makler oft nicht, dass die Qualität der Daten für eine externe Verwendung abnimmt. Rechtlich gesehen ist er zwar Eigentümer der Daten, faktisch besitzt er aber nur noch wertlose Fragmente, falls er sie außerhalb des Pools nutzen möchte.“ Teure Datenmigration Die Migration der Daten in ein anderes System ist zwar möglich, aber aufwendig und teuer. Hinzu kommt, dass der Markt der unabhängigen MVP-Anbieter schrumpft, zudem drängt sich bei kleine- ren Softwarehäusern die Frage nach der Zukunftsfähigkeit auf. „Wer als Makler seine digitale Autonomie bewahren will, kommt an einem unabhängigen MVP kaum vorbei. Aber damit sind natürlich Kosten verbunden, die viele Makler nicht tragen wollen oder können“, meint Baum. Bei einem Wechsel des Dienstleisters droht auch die über die Zeit aufgebaute Kommunikation mit den Kunden wie E-Mails oder Telefonmitschnitte verloren zu gehen. „Da stecken sehr viele wichtige Informationen drin, die nicht übertragen würden“, berich- tet ein Vermittler, der nicht namentlich genannt werden möchte. Henning Plagemann, Geschäftsführer des Branchen- portals Deutsche-Versiche- UXQJVERHUVH GH '9% PHLQW ebenfalls, dass ein drohender Datenverlust bei einem Pool- wechsel nicht das eigentliche Problem ist. „Die größere Her- ausforderung für Vermittler wäre die komplette Umstel- lung der Prozesse bei der Nut- zung der IT-Systeme, etwa für Kundenbearbeitung, E-Mails, Vergleichsrechner, Antrags- 264 fondsprofessionell.de 2/2026 VERTRIEB & PRAXIS Maklerpools FOTO: © TIM HUFNAGL FOTOGRAFIE I WBS LEGAL Eigentümer? Nicht so wichtig Was ist für Sie bei der Wahl des Maklerpools entscheidend?* Die Umfrage zeigt: Produktpalette und IT-Systeme der Pools haben für Makler Priorität. *UmfrageunterVersicherungs-undFinanzanlagenvermittlern|Quelle:AfW-Vermittlerbarometer2025/26 0% 20% 40% 60% 80% 100% Größe Eigentümerstruktur Provisionshöhe Weiterbildungsangebot Digitalisierung Service/Beratung Werkzeuge/Tools Produktportfolio Sehr wichtig Wichtig Neutral Un- wichtig Keine Angabe » Der Pool weiß, dass ein Wechsel für den Makler mit existenzbedrohenden operativen Risiken und Datenverlusten verbunden wäre. « Christian Solmecke, WBS Legal

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