FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

erstellung oder Gesprächsvorbereitung.“ Hinzu komme die oft mühsame Umstel- OXQJ DXI QHXH %HQXW]HUREHUijÌFKHQ XQG eine andere Systematik der Datenbearbei- tung. „Es wäre ein Wechsel in eine kom- plett neue Welt“, so Plagemann. Damit verschiebe sich das Machtgefüge massiv zugunsten des Pools, meint Solme- cke. „Der Pool weiß, dass ein Wechsel für denMakler mit existenzbedrohenden ope- rativen Risiken und Datenverlusten ver- bunden wäre. Darumkönnte er Preiserhö- hungen durchsetzen oder den Service- Level einschränken, ohne dass der Makler dem faktisch viel entgegenzusetzen hätte“, sagt er. Ein warnendes Beispiel gibt es: Der damalige Blau-Direkt-Chef Kai-Uwe Laag befürwortete vor gut einem Jahr die Idee, Maklern die Provisionen zu kürzen. Da- raus wurde zwar nichts, nach einem Auf- schrei der Vermittler machte der Pool die Courtageanpassung wieder rückgängig. Doch seither ist klar, dass dieses Risiko für Makler nicht nur theoretischer Natur ist. Konsolidierung Das führt zu einem weiteren Aspekt, wenn es um die Abhängigkeit von einer Plattform geht: Bei immer mehr Makler- dienstleistern haben Private-Equity-Inves- toren das Sagen. Fonds Finanz, DEMV und Verticus gehören mehrheitlich der EULWLVFKHQ %HWHLOLJXQJVljUPD +* &DSLWDO Warburg Pincus hat sich Blau Direkt, Maxpool und kürzlich auch Netfonds gesichert. Mit dem Geld ihrer Anleger und Fremdkapital investieren diese Gesell- schaften eifrig in IT, was sie für Makler attraktiver macht. Das sorgt aber auch für Unruhe im Markt – und dafür, dass sich einige Wett- bewerber gezielt als Gegenpo(o)l positio- nieren: Im April kündigten die Versiche- rungsmaklergenossenschaft Vema und der $OOljQDQ] 3RRO %&$ DQ NĞQIWLJ GHXWOLFK enger zusammenarbeiten zu wollen. Die Vema erwarb sogar knapp zehn Prozent der BCA-Aktien. „Unser Ziel ist es, dem Markt eine verbindliche Antwort auf die Fragen zu geben, die sich den Maklern nach dem Einstieg von Private-Equity- Gesellschaften in unsere Branche stellen“, sagt Vema-Vorstand Johannes Neder. „Die Vema ist eine Genossenschaft von Maklern für Makler, gegründet nicht zuletzt deshalb, um ihre Unabhängigkeit zu garantieren. Diese Funktion ist heute wichtiger denn je.“ Ähnlich äußert sich Guntram Schloß, der Vorstandschef des Maklerpools Apella (siehe das ausführliche Interview ab Seite 268). Hans-Jürgen Bretzke, Vorstandsvor- sitzender des inhabergeführten Pools Fondskonzept, stößt ins gleiche Horn und HPSljHKOW 9HUPLWWOHUQ HLQLJH =XNXQIWV - szenarien durchzuspielen: „Was passiert beispielsweise, wenn ein heute von einer Beteiligungsgesellschaft gehaltener Pool morgen an einen amerikanischen Versi- cherer verkauft wird? Dann könnten die Ergebnisse KI-gestützter sensibler Kun- dendatenanalysen plötzlich außerhalb Europas verarbeitet und genutzt werden.“ Er verweist zudem darauf, dass mit Zeit- sprung ein zentraler Bipro-Dienstleister der Branche zur Blau-Direkt-Gruppe und damit indirekt zuWarburg Pincus gehört. Maklern rät er daher, zu prüfen, wer die Bipro-Schnittstellen eines Pools entwickelt und kontrolliert. Ganz uneigennützig ist dieser Appell nicht: Auch Bretzke möchte sein Unternehmen wachsen sehen. Wenn es um dystopische Szenarien der Maklerzukunft geht, kann Aruna-Chef Kluwe einen draufsetzen. „Viele Pools forcieren die Implementierung von KI in ihre Systemlandschaft. Die werden in der direkten Kundenkommunikation dafür sorgen, dass die Rolle des Maklers an Bedeutung verliert, vielleicht sogar über- ijĞVVLJ ZLUGĺ VDJW HU 6ROOWH HV ZLUNOLFK VR weit kommen, hätte das für Vermittler immerhin einen Vorteil: Gedankenspiele, ob sie zu sehr von einem Dienstleister abhängen, könnten sie sich sparen. JENS BREDENBALS, BERND MIKOSCH FP » Das Machtgefüge verschiebt sich massiv zugunsten des Pools. « Christian Solmecke, WBS Legal 266 fondsprofessionell.de 2/2026 VERTRIEB & PRAXIS Maklerpools FOTO: © DIE HOFFOTOGRAFEN I ARUNA, DIRK BARTSCHAT I KJB CONSULTING Christopher Kluwe, Aruna: „KI wird in der direk- ten Kundenkommunikation dafür sorgen, dass die Rolle des Maklers an Bedeutung verliert.“ Klaus-Jürgen Baum, KJB Consulting: „DieMak- lerpools wollenwachsen und höhere Geschäfts- und damit Courtagevolumina generieren.“

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