FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

kann richtig gut laufen, aber natürlich auch komplett nach hinten losgehen. Für den abgebendenMakler heißt das: Ich bin im eigenen Unternehmen plötzlich nicht mehr Chef, sondern Getriebener. Mikosch: Kontaktaufbau ist ein guter Stich- punkt: Wie finden Sie potenzielle Übernah- mekandidaten? Delrieux: Bei mir ist es eine Mischung: Etwa die Hälfte der Käufe resultiert aus persönlichen Kontakten zu Beratern, die ich aus meiner Zeit beim Maklerpool kenne. Die anderen kommen zumeist über meine Internetseite. Dort habe ich einen Bestandsrechner eingebunden, mit dem sich der Berater schnell ein Bild vom Wert seines Bestands machen kann. Hinzu kommt professionelles Netzwer- ken, etwa bei Konferenzbesuchen. Podsada: Ich habe aus meinen vorherge- henden Stationen Adressen von Maklern, die ich zur Akquise nutze. Mein Ziel ist es, jeden Tag mit einem Makler gespro- chen zu haben, egal ob er Interesse sig- nalisiert oder mich zum Teufel wünscht. Dazu mache ich zwei oder drei Seminare im Jahr, zu denen sich 30 bis 50 Personen anmelden. Einige Kontakte kommen auch über Social Media zustande. Das reicht, um ein Mengengerüst zu haben, mit dem man weiterarbeiten kann. Nebenbei: Ich denke, dass der Markt noch groß genug für uns alle ist. Hora: Ich habe wahrscheinlich ein Allein- stellungsmerkmal in dieser Runde, weil ich nur ein Drittel meines Bestands durch Zukauf erworben habe. Der größere Teil ist organisch gewachsen. Ich kaufe %HVWÌQGH JDU QLFKW KDXSWEHUXijLFK VRQ - dern versuche, durch die Qualität der Beratung zu überzeugen. Das spricht sich RȬHQEDU LQ GHU %UDQFKH KHUXP VRGDVV ich etwa auf Messen von älteren Vermitt- lern angesprochen werde. Ich lasse das Geschäft auf mich zukommen – aktiv um Bestände geworben habe ich noch nie. Kelich: Wir haben uns im Lauf der Jahre ein Netzwerk aufgebaut, über das wir Übernahmekandidaten kennenlernen. Ansonsten sprechen wir, ganz klassisch, PĆJOLFKH 3DUWQHU DXI %UDQFKHQWUHȬHQ DQ und nutzen Onlinemarketing. Bredenbals: Worauf kommt es Ihnen bei Käufenan?Wassind „RedFlags“ fürSie? Kantner: Bei uns steht im Vordergrund, ob wir mit dem Verkäufer auf der per- sönlichen Ebene gut auskommen, was wir bei Terminen vor Ort ausloten. Passt es menschlich, laden wir die Makler zu uns nach Miltenberg ein, damit sie alle Mitarbeiter kennenlernen. Das führt direkt zu den „Red Flags“: Stimmt die Chemie nicht, lassen wir es sofort. Andere sind überzogene Preisvorstellun- gen, mangelnde Qualität der Arbeit oder auch unfaire Kundenbehandlung. Wenn jemand neben Agio und Bestandsprovi- sion zusätzlich noch eine Servicegebühr von 1,75 Prozent nimmt, kommt das für uns nicht infrage. Wir wollen einen Bestand sauber integrieren können. Podsada: Auch für mich sind überzogene Kaufpreisvorstellungen ein Ausschluss- kriterium. Wichtig ist mir, dass ich den Bestand mit meinem Set-up betreuen kann. Wir beraten bundesweit übers Tele- fon, per Internet und schriftlich. Wer einen Nachfolger für ein Büro mit Vor- Ort-Betreuung sucht, ist bei mir an der falschen Adresse. Außerdem kaufe ich keine Bestände mit geschlossenen Beteili- gungen, weil dort Haftungsfallen lauern können. Dagegen habe ich schon mehrere Bestände übernommen, die de facto unbe- " Ich halte es mit Uli Hoeneß: Ich habe wie der FC Bayern ein gut gefülltes Festgeldkonto. « Thomas Hora, Hora Investment Thomas Hora gründete 1993 sein Unternehmen Hora Investment. Er berät Privatkunden schwerpunktmäßig zu Aktienfonds. Seit rund zwei Jahrzehnten übernimmt er immer wieder auch Bestände anderer Makler. Mit seinemTeambetreut er mittlerweile ein Vermögen imdreistelligenMillionenbereich. 292 fondsprofessionell.de 2/2026 VERTRIEB & PRAXIS Maklernachfolge FOTO: © CORNELIS GOLLHARDT FÜR FONDS PROFESSIONELL ROUND TABLE

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