FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

Uni im Unternehmen Nicht wenige Firmen bieten ihren Mitarbeitern Finanzbildungs- programme an. Finanzberater können den Unternehmen dabei unter die Arme greifen, wie ein spannendes Beispiel zeigt. E s kommt nicht allzu oft vor, doch manchmal ergeben sich positive Dinge ganz ohne eigenes Zutun. Die Köl- ner Honorarberatung Maiwerk Finanz- partner jedenfalls wurde einfach ange- sprochen. „Anfang dieses Jahres hat sich eine Mitarbeiterin des Life-Science-Unter- nehmens Bayer bei uns gemeldet“, berich- tet Anica Schulz, Honorarberaterin und Finanzcoachin bei Maiwerk. „Sie hatte bereits positive Erfahrungen mit dem Thema Finanzbildung gemacht und war der Ansicht, dass es für viele Beschäf- tigte hilfreich sein könnte, solche Inhalte leichter und strukturierter zugänglich zu haben“, sagt Schulz. Die ursprüngliche Idee der Bayer-Mit- arbeiterin war es, Finanzbildung vor allem für Frauen, für Kolleginnen, anzubieten. Auslöser für diese Idee war, dass es in vie- len Ländern nicht nur einen Gender Pay Gap, sondern auch einen noch größeren Gender Pension Gap gibt, eine Renten- lücke also. Für das Finanzbildungspro- gramm stellte sie sich ein unabhängiges Beratungshaus vor und nicht etwa einen Finanzvertrieb, der mit dem Finanzbil- dungsangebot am Ende den Produktver- kauf verbinden will. „So ist sie dann bei uns gelandet und fragte, ob wir ein solches Bildungspro- gramm zusammen aufsetzen können“, erzählt Schulz. Maiwerk konnte sich das durchaus vorstellen, schließlich bie- tet die Honorarberatung schon seit Jah- ren Finanzbildung für ihre Kunden an. So machten sich Anica Schulz, die Maiwerk-Gründer und -Geschäftsführer Ingo Schröder und Marciano Koslowsky zusammen mit weiteren Kollegen daran, ein Programm für Beschäftigte von Bayer im deutschsprachigen Raum zu erstellen. Auf der Bayer-Seite stand ein Team von Freiwilligen bereit, die interne Programm- punkte organisierten. So wurde der Grundstein für das „Financial Indepen- dence & Real Action“-Programm gelegt, kurz: FIRE. Bereits vor den ersten Veranstaltungen war bei Bayer ein großes Interesse an FIRE erkennbar. „AmAnfang dachten wir, dass wir mit der Finanzbildungslernreise viel- leicht 20 Leute erreichen, aber zu guter Letzt gab es tatsächlich eine hohe Zahl an Anmeldungen“, berichtet Schulz. Das erste Live-Event Das erste Online-Event ging Ende März an den Start. „Zuvor hatten wir schon eine Lernplattform aufgebaut, in der wir Videomaterial, Tutorials und auch ein Rechentool hochgeladen haben“, sagt Schulz. Mit dem Tool können Nutzer zum Beispiel ihre eigene Rentenlücke berechnen. Die Videos informieren unter anderem darüber, was bei der Ermittlung der individuellen Rentenlücke überhaupt beachtet werden muss. „Was wir aufge- baut haben, kam bei Bayer sehr gut an“, sagt Schulz. „Im ersten Live-Event mit mir gab es Raum für allgemeine Fragen zum Thema und zur Nutzung des Tools“, berichtet Anica Schulz. Das Finanzbildungsprogramm von Maiwerk und dem Bayer-Konzern ist ein Mix aus Online-Events und Präsenzveran- staltungen. „Wir bieten digitale Sessions an, aber wir werden auch an mehreren ImHörsaal: An der Uni steht das Thema Finanzbildung nicht im Curriculum. Deshalb ist es gut, wenn Unternehmen ihrenMitarbeitern in diesemBereich einwenig Nachhilfe zukommen lassen. 302 fondsprofessionell.de 2/2026 VERTRIEB & PRAXIS Finanzbildung FOTO: © KASTO | STOCK.ADOBE.COM

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