FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

ein. Ist einstaatlichorganisiertesStandard- depot überhaupt notwendig? Wirth: Die Aufgabe des Staates ist es, einen klaren Rahmen zu setzen, damit privat- wirtschaftlich organisierte Standarddepots HLQIDFK WUDQVSDUHQW XQG NRVWHQHȯ]LHQW angeboten werden können. Er sollte aber nicht gleichzeitig Schiedsrichter sein und selbst mitspielen. Und genau diese Gefahr sehe ich hier. Der Staat begibt sich in den Wettbewerb hinein. Notwendig ist das mit Sicherheit nicht. Sulilatu: Zwingend notwendig ist das staatliche Standarddepot nicht. Aber es kann für Verbraucher absolut sinnvoll sein. Ich rechne damit, dass es einen sehr niedrigen Kostendeckel haben und damit eine gewisse Benchmark setzen wird. Damit müssen private Anbieter sich einem echten Konkurrenzprodukt stellen. Und das ist richtig so. Wirth: Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Staat überhaupt in der Lage ist, so ein Produkt an die Rampe zu bringen. Es wird noch interessant, ob der Staat das Standarddepot ausschreiben, ob es der Kenfo managen oder das Ganze über die Bundesbank laufen wird. Aber dass der Staat selbst ein echtes und faires Konkur- renzprodukt an den Markt bringt – nein, das ist Wunschdenken. Fürdasprivatgemanagteunddasstaatliche Standarddepot ist einKostendeckel inHöhe von einem Prozent vorgesehen, nachdem zuvor 1,5 Prozent geplant waren. Herr Suli- latu, sindSiedamit zufrieden? Sulilatu: 1HLQ ZLU SOÌGLHUHQ GHljQLWLY IĞU einen niedrigeren Prozentsatz. Unsere Petition, die über 250.000 Menschen unterschrieben haben, sieht einen Kosten- deckel von 0,5 Prozent vor, und zwar nicht nur für die Standardvariante. Jetzt KDEHQ ZLU HLQH 6FKOXSijRFKOĆVXQJ GLH leider auch sehr viel teurere Produkte am Markt zulassen wird. Herr Wirth, gute Beratung muss vergütet werden.Wiesoll dasmitdemKostendeckel voneinemProzent funktionieren? Wirth: Ich lasse mich gar nicht auf eine Diskussion um einen Kostendeckel von 0,5 oder 1,5 Prozent ein. Ein staatlich ver- ordneter Kostendeckel ist per se schlecht. Eine isolierte Kostendebatte greift einfach zu kurz. Entscheidend ist das Verhältnis von Kosten zu Leistung, Beratung, Förde- rung, Risikoabsicherung und Begleitung. Ein Prozent für ein gut beratenes, sauber begleitetes, langfristig angelegtes und gut strukturiertes Produkt ist das Minimum. Mit einem Kostendeckel von 0,5 Prozent brauchen wir über Beratung gar nicht mehr nachzudenken. nftiger Verbraucherschutz “? » Das Altersvorsorge- depot muss keine komplizierte An- gelegenheit sein. Die Verbraucher sind durchaus in der Lage, dieses Thema allein anzugehen. « Saidi Sulilatu, Finanztip STREIT GESPRÄCH fondsprofessionell.de 2/2026 319 FOTO: © DORIAN SCHULER / FINANZTIP

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