FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
Weg mit alten Hüten Die Riester-Rente wird durch ein neues Fördersystem ersetzt, die Zillmerung wird in der geförderten Altersvorsorge bald verboten sein. Das hat Folgen für Versicherer, bietet aber auch Chancen. O b alte Hüte oder alte Zöpfe: Eines Tages haben sie ausgedient, werden abgeschnitten oder entsorgt. Wenn im Januar kommenden Jahres das Altersvor- sorgereformgesetz Wirkung entfalten und die staatlich geförderte Altersvorsorge in eine neue Ära eintreten wird, dürften auch die Konzepte des ehemaligen Bun- desministers für Arbeit und Soziales Wal- ter Riester (SPD) und des Versicherungs- mathematikers August Zillmer zum alten Eisen gehören. Die Riester-Rente wird dann durch das Altersvorsorgedepot und ein neues Fördersystem abgelöst (zu den Details siehe Artikel ab Seite 310). Und die 1893 von Zillmer entwickelten Kalku- lationsprinzipien für die Kostenverteilung in der Lebensversiche- rung – die nach ihm benannte Zillmerung – wird verboten. Das gilt zumindest in der staatlich geförderten privaten Alters- vorsorge. „Wer im Besitz eines Riester-Produkts ist, muss überhaupt nichts tun, wenn Anfang 2027 das Altersvorsorgedepot kommt“, erklärt Peter Schwark, Sprecher des Instituts für Altersvorsorge (DIA). „Es ist ja gut möglich, dass ein Sparer bereits vor der Niedrigzinsphase ab 2011 einen Vertrag zu attraktiven Konditionen abge- schlossen hat, die es heute gar nicht mehr gibt“, sagt er. In solch einem Fall kann dieser einfach weiterlaufen und eine ver- nünftige Rendite bringen. „Dennoch sollten Berater ihren Kunden anbieten, bestehende Riester-Verträge zu überprüfen“, so Schwark. In der Niedrig- zinsphase abgeschlossene Produkte erzie- OHQ DXIJUXQG GHU YHUSijLFKWHQGHQ %UXWWR beitragsgarantie möglicherweise keine guten Erträge. Auch kann die künftige Förderung deutliche Steuervorteile bieten. „Wer einen neuen Altersvorsorgevertrag maximal dotiert, kann in seiner Steuer- erklärung 2.340 Euro geltend machen, da auch die Zulagen abzugsfähig sind“, sagt Experte Schwark. Viel Beratungsbedarf Pauschal lasse sich nicht sagen, ob es sich eher lohnt, einen Riester-Vertrag fort- zuführen, ihn aufzulösen und das Kapital in ein Altersvorsorgedepot zu investieren oder das alte Produkt in das neue Förder- regime zu überführen. „Das muss im Ein- zelfall sehr genau abgewogen werden, und hier wird viel Beratungsbedarf bestehen“, sagt der Experte. Möglich werden aber auf jeden Fall alle Varianten sein. „Sofern ein Riester-Vertrag bereits fünf Jahre läuft, kann ein Sparer ihn kündigen und das Kapital in ein Altersvorsorgedepot übertragen, ohne dass der alte Anbieter dafür Kosten berech- nen darf“, sagt Schwark. Bei jünge- ren Verträgen fallen dafür maximal 150 Euro an. Hinzu kom- men natürlich immer die Abschlusskosten für den neuen Vertrag. Ein Riester-Pro- dukt kann aber auch beibehalten werden, wenn der Inhaber der Versicherung oder des Fondssparplans in das neue Förder- system wechseln möchte. „Berater sollten in diesem Fall prüfen, ob der bisherige Anbieter in der Lage ist, die reformierten Regeln einzuhalten, aber Einst war für Hüte in Autos eine eigene Ablage vorgesehen. Diese Jahre sind vorbei. Auch die Riester-Rente und die Zillmerungwerden schon bald nicht mehr zeitgemäß sein. SPEZIAL | ALTERSVORSORGEDEPOT Riester und Zillmerung € 328 fondsprofessionell.de 2/2026 FOTO: © STOKKETE | STOCK.ADOBE.COM
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