FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
erreichen. Das erweist sich mitunter als eine sehr persönliche und manchmal auch emotionale Angelegenheit. Dieses Geschäft dreht sich also im Grunde um zwischenmenschliche Beziehungen und das Vertrauen, das die Menschen unter- einander aufbauen. Ich bin überzeugt, dass der menschliche Faktor auch in Zukunft präsent bleiben wird. Technologie kann zwar Analysen erstellen, aber sie kann kein Vertrauen stiften. Um eine Parallele ]X ]LHKHQ 'DV EORĕH :LVVHQ ljQGHW VLFK LQ Büchern. Trotzdem gibt es weiterhin Leh- rer, die dieses Wissen vermitteln. Selbst wenn der persönliche Kontakt auch inZukunftwichtigbleibt, gewinnt fürFonds- anbieterderVertriebüberdigitaleKanälean Bedeutung.WiegehenSiedamit um? Bei den digitalen Plattformen ist mir ein Punkt aufgefallen: Wenn man dort die $XVZDKOPHQĞV DQNOLFNW ZHUGHQ KÌXljJ nur ETFs und Kryptowährungen ange- zeigt. Nahezu alle anderen Finanzpro- dukte, die in den vergangenen 100 Jahren entwickelt wurden, tauchen dort allenfalls vereinzelt auf. Es wächst gerade eine Gene- ration heran, die nur auf diese Bereiche schaut. Und hier kommt die Finanzbil- dung ins Spiel. Ich plädiere dafür, diese zu fördern und auszubauen. Da nehmen wie- derum Finanzberater eine entscheidende Rolle ein. Schließlich handelt es sich um eine anspruchsvolle Materie, bei der sie als Fachleute die Anleger an die Hand neh- men und aufzeigen können, welche Mög- OLFKNHLWHQ RȬHQVWHKHQ :HQQ LFK HLQHQ fundierten medizinischen Rat möchte, gehe ich ja auch zumArzt und schaue mir nicht einfach ein Youtube-Video an. MüssenAssetManagermitBlickaufdiedigi- talenVertriebswegeaberkünftignichtmehr Präsenzbei Privatanlegernzeigen? Um eins vorweg zu betonen: Wir konzen- trieren uns auf Finanzberater, nicht auf Privatanleger. Wir stellen Vermittlern alle notwendigen Informationen undMateria- lien bereit, damit diese ihre Kunden gut betreuen können. Uns ist natürlich auch der Trend zu digitalen Kanälen bewusst. Dank ihrer Technologie können diese Akteure einen immer größeren Kreis an Menschen bedienen. Wir müssen uns auf diese Entwicklung einstellen. Doch wir gehen dabei umsichtig und mit Bedacht vor. Das Ziel der Asset-Management-Bran- che besteht schließlich darin, Finanzinter- mediäre so zu unterstützen, dass diese wiederum ihren Kunden helfen können, GHUHQ ljQDQ]LHOOH =LHOH ]X HUUHLFKHQ Ihre Karriere begannen Sie bei dem ETF- Anbieter Powershares, damals noch ein kleines Haus. Sie zählten seinerzeit zu den erstenMitarbeitern. HättenSie sichdamals vorstellen können, dass Sie eines Tages einmal für die großen Wall-Street-Institute arbeitenwerden? Nein, das hätte ich mir nicht träumen lassen. Ich bin damals bei Powershares gelandet, weil ich meiner heutigen Frau nach Chicago gefolgt bin. Vor allem brauchte ich den Job, um den Verlobungs- ring bezahlen zu können (lacht) . Von da an hatte ich das Glück, dass mir die ver- schiedenen Stationen Raum für meine persönliche Entwicklung gegeben und mich für neue Aufgaben gerüstet haben. Zudem durfte ich mit großartigen Füh- rungskräften und Teams an spannenden Projekten arbeiten. Ich habe von allen Menschen, denen ich auf meinem Weg begegnet bin, etwas gelernt. So habe ich mich im Lauf der Zeit hochgearbeitet. VielenDank für dasGespräch. SEBASTIAN ERTINGER FP KURZ-V I TA : Bryon Lake Bryon Lake studierte an der Taylor University imUS- Bundesstaat Indiana. Seine Karriere in der Investment- welt begann er beimETF-Haus Powershares, das in Invesco aufging. Nach einer Station bei J.P. Morgan Asset Management stieß er 2024 zu Goldman Sachs. » Wenn ich einen medizinischen Rat möchte, gehe ich zum Arzt und schaue mir nicht einfach ein Youtube-Video an. « Bryon Lake, Goldman Sachs AM VERTRIEB & PRAXIS Bryon Lake | Goldman Sachs Asset Management 338 fondsprofessionell.de 2/2026 FOTO: © JOSE POBLETE FÜR FONDS PROFESSIONELL
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=