FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

» Es brauchte schon erheb- liche Überzeugungsarbeit. Aber Mikrofinanz ist eben kein Charity-Projekt, sondern ein Geschäftsmodell. « Edda Schröder, Invest in Visions meinem Rückzug meine ich es wirklich ernst. Ich möchte es niemandem zumu- ten, dass ständig jemand versucht, von hinten einzugreifen. Wenn Oliver mich allerdings ruft, bin ich da, das habe ich ihm versprochen. Fischer: Auch wenn das gut zu wissen ist: Ich werde dieses Versprechen sicher nicht überstrapazieren. Ich kenne Invest in Visions seit der Gründung, wenn auch ursprünglich aus der Investorenperspek- tive. Die konsequente Ausrichtung auf Impact hat mich schon immer sehr beein- druckt. Diese gehört zur DNA des Unter- nehmens und wird auch künftig beibe- halten. Dem Nachhaltigkeits- und Ethik- gedanken habe ich mich in meinen 26 Jahren in der Branche auch selbst vollstän- dig verschrieben. Deshalb sehe ich es als besondere Chance, das Lebenswerk von Edda Schröder weiterführen zu dürfen. WasbringenSiedennmit,HerrFischer,was Invest inVisionsbisher sonicht hatte? Fischer: Ich würde es nicht so formulieren, dass Invest in Visions bisher irgendetwas nicht konnte. Bei dem jetzt vollzogenen Führungswechsel ging es eher darum, dass eine intrinsisch motivierte Persön- lichkeit nachrückt, jemand, dem das Thema wirklich wichtig ist und der bereits Jahrzehnte an Erfahrung in Vertrieb, Kundenzugang und Investmentlösungen mitbringt. Ich möchte nicht in Eigenlob verfallen, aber ich glaube, dass genau in diesen Themen meine Stärken liegen. Natürlich werde ich mich in das Thema 0LNURljQDQ] QRFK ZHLWHU HLQDUEHLWHQ 'LH drei Monate, die ich nun an Bord bin, sind keine lange Zeit. Aber ich habe in dieser ersten Phase schon viele Investment- Cases verfolgt, das Zusammenspiel von Portfoliomanagement und Ethik-Research erlebt und gesehen, wie konsequent dieses Thema hier gelebt wird. ZurückzumMarktfürMikrofinanzfonds:Wie hat sich die Szene insgesamt in nun zwei Jahrzehntenentwickelt? Schröder: Auch unsere Anfänge waren alles andere als einfach. Als ich die ersten Investoren angesprochen habe, um ihnen die Vergabe von Krediten nach Kirgisistan schmackhaft zu machen, war deren erste Erwartung nicht selten, dass sie ihr eventu- ell investiertes Geld niemals wiedersehen würden. Es brauchte schon erhebliche ¶EHU]HXJXQJVDUEHLW $EHU 0LNURljQDQ] ist eben kein Charity-Projekt, sondern ein Geschäftsmodell. Wobei man sagen muss, dass sich auch auf der Investitionsseite mit der Zeit enorm viel verändert hat. Wasbedeutet daskonkret? Fischer: 0LNURljQDQ]LQVWLWXWH KDEHQ VLFK deutlich professionalisiert. Invest in Visions ist heute in 34 Ländern aktiv, und wir arbeiten inzwischen überwiegend mit regulierten Banken zusammen, nicht mehr mit NGOs und kleinen Koopera- tiven, wie das am Anfang noch der Fall war. Solche stark regulierten Partner müs- sen bestimmte Mindestquoten in Bezug auf ihr Eigenkapital erfüllen. Das gibt uns als Investor erheblichmehr Sicherheit. Auf der Anlegerseite dagegen gibt es noch viel Nachholbedarf: Ich war überrascht, wie fondsprofessionell.de 2/2026 361 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL

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