FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
NGOs, aber auch vonder Verbraucherzent- rale Hamburg. Wie ist der Stand der Dinge, undwiegehenSiedamit um? Fischer: Ich sehe es in erster Linie als Chance. Soweit ich es in meiner bisher kurzen Zeit an Bord beurteilen kann, halten kundenseitig die meisten unserer Investoren diese Kritik für überzogen. Auch intern, an den Stellen, an denen die Finanzanalyse im Vordergrund steht, höre ich das Gleiche. Aber Kritik hilft. Sie zwingt zur Auseinandersetzung mit der Frage, wo es eventuell tatsächlich Fehlent- wicklungen gibt, um diese zu benennen und vor allem abzustellen. Selbst wenn man sich Dingen verschreibt, hinter denen man vollständig steht, ist es in der heutigen Welt nicht trivial, das richtig zu machen. Das muss man anerkennen. Schröder: Zu laufenden Verfahren kann ich natürlich nichts sagen. Was ich aber sagen kann: Solche Auseinandersetzungen schärfen den Blick. Man wird hinterfragt, ZLUG JH]ZXQJHQ PHKU ]X UHijHNWLHUHQ Das fängt schon bei der simplen Frage an, ob die eigene Wortwahl noch ange- messen ist. Oder ob wir Dinge anders kommunizieren oder anders gewichten müssen. Daher ist es vor allem eines: ein guter Ansporn. Was unser grundsätzliches Handeln angeht, bin ich allerdings nach wie vor davon überzeugt, dass wir das Richtige getan und unser Geschäft richtig betrieben haben. NebenMikrofinanzgibtesjetztdenIIVSolar Electrification Debt ELTIF. Entwickelt sich InvestinVisionsvomMikrofinanzspezialisten zumbreiteren Impact-Credit-Haus? Fischer: Pragmatisch gesprochen: Wir KDEHQ GXUFK 0LNURljQDQ] YRU DOOHP GDV „S“ in ESG abgedeckt, die soziale Kom- ponente. Das „E“, die Umweltdimension, kam bisher zu kurz. In Subsahara-Afrika gibt es massive Stromausfälle, das Strom- netz ist instabil. Als Notlösung werden Dieselgeneratoren betrieben, die Mensch und Umwelt massiv schädigen. Solarener- gie ergibt da nicht nur Sinn, sie ist gera- dezu lebensnotwendig. Der neue ELTIF ist daher eine Art logische Erweiterung unserer Kreditexpertise. Statt an Mikro- ljQDQ]LQVWLWXWH YHUJHEHQ ZLU MHW]W .UH - dite an Unternehmen, die gezielt auf die Reduktion der CO 2 -Intensität ausgerichtet sind. Auch mit diesem zweiten Standbein bleibt der Kern unseres Geschäftsmodells identisch, das ist die direkte Kreditvergabe mit echtem Impact-Nachweis. UndwassagenSieeinemskeptischenInves- tor, der fragt, warumer Mikrofinanz in sein Nachhaltigkeitsportfolioaufnehmensoll? Fischer: Ich nenne ihm drei wesentliche Argumente. Erstens: dass er eine stabile Rendite bei nur sehr geringer Korrelation zu traditionellen Anlageklassen erhält. 'HQQ 0LNURljQDQ] LVW VWUXNWXUHOO YRQ Aktien- und Rentenmärkten entkoppelt XQG GDPLW HLQ HFKWHU 'LYHUVLljNDWLRQV - baustein. Zweitens: Man weiß genau, was mit dem Kapital passiert. In einer Welt voller Greenwashing-Diskussionen ist das ein erheblicher Vorteil. Und schließlich das aus meiner Sicht stärkste Argument, das Barack Obama einmal so formuliert KDW 0LNURljQDQ] LVW +LOIH ]XU 6HOEVWKLOIH damit Menschen sich aus eigener Kraft aus der Armut befreien können. Deswegen ist es für mich das nach wie vor glaubwür- digste Impact-Modell, das der Markt zu bieten hat. VielenDank für dasGespräch. HANS HEUSER FP KURZ-V I TA : Edda Schröder Nach ihremStudiumder Wirtschaftswissenschaften startete Edda Schröder ihre Laufbahn in der Fonds- branche. Von Januar 2000 bis August 2006war sie Geschäftsführerin von Schroders in Frankfurt. ImJahr 2006 hat sie Invest in Visions gegründet. » Durch Mikrofinanz werden grundlegende Finanzdienstleistungen für einkommens- schwache Menschen zugänglich gemacht, die einen solchen Zugang sonst nicht hätten. « Edda Schröder, Invest in Visions VERTRIEB & PRAXIS Edda Schröder + Oliver Fischer | Invest in Visions 364 fondsprofessionell.de 2/2026 FOTO: © CHRISTOPH HEMMERICH FÜR FONDS PROFESSIONELL
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