FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

Rabatt schlacht Im Fondsmarkt purzeln die Gebühren . Was für Anleger ein Segen ist, wird für Anbieter angesichts steigender Kosten zum Problem. Wie die Branche einer ruinösen Spirale entgehen will. I mmer wieder melden Asset Manager, dass sie die Gebühren für ihre Fonds, insbesondere für börsengehandelte Fonds (ETFs), kappen. Tatsächlich zeigen meh- rere Studien, dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt. Vielmehr fallen im Fondsgeschäft unvermindert die Preise. Welche Folgen hat dieser Rückgang, und wie gehen die Anbieter damit um? Der Abwärtstrend zieht sich durch den gesamten europäischen Fondsmarkt. Eine Auswertung der Ratinggesellschaft Mor- ningstar zeigt, dass über die vergangenen zehn Jahre im gesamten Publikumsfonds- markt die Gebühren von im Schnitt 1,36 auf 1,11 Prozent gefallen sind. Dies ent- spricht einem Rückgang um 18 Prozent. Nach Volumen gewichtet steht sogar eine Minderung von 1,10 Prozent auf 0,78 Pro- zent zu Buche – einMinus von 29 Prozent VLHKH *UDljN DXI GHU IROJHQGHQ 6HLWH Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Finanzaufsicht ESMA in ihrer jährlich erscheinenden Analyse zu den Gebühren und zur Performance europäischer Fonds. Einig sind sich die Experten auch bei den Ursachen für den Gebührenverfall. Trei- bender Faktor ist der Trend zu passiven und preiswerten ETFs. In der Folge kom- men neue Vehikel zu günstigeren Kondi- WLRQHQ DXI GHQ 0DUNW =XGHP ijLHĕW *HOG prinzipiell aus teuren Produkten ab und wendet sich billigeren Alternativen zu. In der Branche führt diese Entwick- OXQJ ]X HLQHP Ľ+DQWHO (ȬHNWĺ Ľ.DSLWDO ijLHĕW KHXW]XWDJH HQWZHGHU LQ 3URGXNWH mit einem hohen Grad an aktivem Management, sei es in liquiden oder illi- quiden Anlageklassen, oder in kosten- JĞQVWLJH SDVVLYH 6WUDWHJLHQĺ VDJW .DPLO Kaczmarski, Partner der Unternehmens- beratung Oliver Wyman. Diese beiden 3ROH JHZLQQHQ DQ *UĆĕH 'DV )HOG LQ GHU Mitte, also nur halbherzig aktive Strate- gien, die sich nicht klar vomWettbewerb unterscheiden, schrumpft hingegen – eine Hantelform bildet sich. Tückische Fallstricke Die Asset Manager reagieren auf dieses Phänomen, indem sie ihr Engagement in Spezialsegmenten wie Infrastruktur, Pri- vate Equity oder Private Debt ausbauen. Hier lassen sich höhere Einnahmen und somit höhere Margen erzielen. So hat bereits eine ganze Reihe von traditionellen Fondshäusern auf alternative Investments spezialisierte Boutiquen übernommen oder Teams angeheuert. Die Zusammen- führung von Firmen erweist sichmit Blick auf die unterschiedlichen Strukturen und Kulturen im liquiden und im illiquiden Segment jedoch mitunter als tückisch. Die andere Option, der Schritt ins Feld der ETFs, birgt aber ebenfalls Fallstricke. %HL GHUHQ $XijDJH PĞVVHQ VLFK $VVHW Manager zwischen zwei Strategien ent- scheiden. „Auf der einen Seite können sie RȬHQVLY LP 0DUNW DXIWUHWHQ LQGHP VLH Ausverkauf:NichtnurderEinzelhandel ringt mit zunehmender Konkurrenz, steigenden Kosten und sinkenden Preisen. Auch imAsset Management tobt ein harter Wettbewerb, der nahezu alle Ebenen erfasst hat. » Es gibt ein Kannibalisierungs- risiko für bestehende Produkte. « Kamil Kaczmarski, Oliver Wyman 366 fondsprofessionell.de 2/2026 VERTRIEB & PRAXIS Fondsgebühren FOTO: © ANDREY | STOCK.ADOBE.COM

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