FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
Produkte mit niedrigen Gebühren auf- legen und damit kostenbewusste Anleger ansprechen“, erläutert Kaczmarski. „Dieser Weg ist mit passiven oder quantitativen Strategien möglich, bei denen die Produk- tionskosten niedrig ausfallen.“ Zwei Lager Auf der anderen Seite steht ein defen- siver Ansatz. „Dabei legen Anbieter mit einer Historie im aktiven Management aktive ETFs auf, um den Markttrend nicht zu verschlafen“, führt der Oliver- Wyman-Experte aus. „Da es hierbei jedoch ein Kannibalisierungsrisiko für bestehende Produkte gibt, orientiert sich das Gebührenniveau an dem traditionel- OHU 3XEOLNXPVIRQGV ĺ )ĞU HLQJHijHLVFKWH aktive Manager stellt die bloße Indexabbil- dung meist keine Option dar. Immerhin gelingt es hier nur wenigen Akteuren, die notwendige Masse aufzubauen, um das *HVFKÌIW SURljWDEHO EHWUHLEHQ ]X NĆQQHQ Denn ebenso wie der gesamte Fonds- markt spaltet sich auch der ETF-Teil- bereich zusehends in zwei Lager. „Auf der einen Seite werden Investments in Kernmärkte immer günstiger“, erläutert Michael O’Riordan, Gründer und Chef des Analyse- und Beratungshauses Black- water ETF. „Auf der anderen Seite dringen die Emittenten zunehmend in Produktbe- reiche vor, in denen sich höhere Gebühren rechtfertigen lassen“, führt O’Riordan aus. Er zählt dazu etwa thematische, options- basierte oder eben aktive Strategien. „Die Konsequenz für die Anbieter ist brutal, aber einfach: Entweder muss man sehr günstig sein oder sich wirklich von der Masse abheben“, sagt der Branchen- kenner. Dazwischen bleibe immer weni- ger Spielraum. „Die Mitte stirbt.“ Ange- sichts dieser Entwicklung rücken sowohl die traditionellen Manager wie auch die im passiven Segment etablierten Akteure zusehends aktive ETFs in den Fokus. Paradigmenwechsel voraus „Viele Fondsanbieter, die über Kom- petenzen im quantitativen Management verfügen, legen verstärkt aktive, aber günstige Strategien auf“, bestätigt Asset- Management-Experte Kaczmarski. „Durch den Einsatz von Technologie und künst- licher Intelligenz sinken die Produktions- kosten, sodass sie in der Lage sind, im Wettbewerb mit passiven Produkten zu punkten.“ Doch nicht nur auf der Produktseite versuchen die Fondsanbieter, demGegen- wind aus Preisverfall, verschärfter Konkur- renz und steigenden Kosten zu begegnen. Sie durchleuchten vielmehr ihre gesamten Strukturen. „Viele Asset Manager haben bereits ihre Hausaufgaben erledigt und die %HWULHEVPRGHOOH DXI (ȯ]LHQ] XQG (ȬHN - tivität überprüft“, berichtet Kaczmarski. „Nun beobachten wir geradezu eineWelle 368 fondsprofessionell.de 2/2026 VERTRIEB & PRAXIS Fondsgebühren FOTO: © BLACKWATER Abwärtstrend Entwicklung der Gebühren nach Volumen gewichtet Über praktisch alle Segmente hinweg sinken die Preise bei europäischen Publikumsfonds. JeweilsperJuni|Quelle:MorningstarEuropeanFundFeeStudy2025 0,0 % 0,2 % 0,4 % 0,6 % 0,8 % 1,0 % 1,2 % 1,4 % 1,6 % 1,8 % 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 Aktiv Aktien Aktiv Anleihen Aktiv Misch- fonds Passiv Aktien Passiv Anleihen Laufende Kosten in % p. a. Aufschlag nicht überall akzeptiert Aktive Fonds mit Erfolgsgebühr nach Domizil In einzelnen Ländern scheinen Performance Fees durchsetzbar, imgrenz- überschreitenden Vertrieb hingegen kaum. Quelle:MorningstarEuropeanFundFeeStudy2025 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Großbritannien Irland Schweiz Luxemburg Alle Länder (Ø) Spanien Frankreich Deutschland Italien Anteil Fonds mit Performance Fee 65 % 44 % 37 % 24 % 13 % 12 % 9 % 7 % 1 % » Die Konsequenz für die Anbieter ist brutal, aber einfach. « Michael O’Riordan, Blackwater ETF
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