FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
Schwieriges Terrain Investments in die Privatmärkte locken mit hohen Renditen und einem geringen Gleichlauf zu Aktien. Private-Banking-Abteilungen springen auf den Trend auf. Doch in dem Feld lauern auch Tücken. M it viel Mühe picken Portfolio- manager die mutmaßlich besten Aktien heraus. Anleger und ihre Berater wiederum fahnden nach den versiertes- ten Fondslenkern. Doch bei all der Auf- merksamkeit für Aktien geht mitunter ein Punkt unter: Eine überwältigende Mehrheit der Unternehmen weltweit ist nicht an der Börse notiert. Somit bilden Aktieninvestments vielleicht einen wich- tigen, aber sicher nicht den gesamten Teil der Wirtschaftsleistung ab. Einige der wohl spannendsten Bereiche, etwa junge, aufstrebende Unternehmen, blieben für viele Anleger außen vor – bislang. Das ändert sich langsam. Waren Seg- mente wie Private Equity oder Private Debt lange Zeit institutionellen oder zumindest semiprofessionellen Investoren ZLH )DPLO\ 2ȯFHV YRUEHKDOWHQ ĆȬQHQ sich nunmehr die Tore zu dieser Welt für einen größeren Kreis. So gelangen Privatmarktinvestments zusehends auch in Reichweite von wohlhabenden End- anlegern – etwa über denWeg des Private Banking. Doch das Feld birgt Tücken, wie die Turbulenzen um Private-Credit-Fonds in den USA zeigen. Das Interesse an Privatmarktanlagen nimmt zweifellos zu. So zeigt eine welt- weite Umfrage der Großbank JP Mor- JDQ XQWHU )DPLO\ 2ȯFHV GDVV GLHVH LP Schnitt zu immerhin gut 30 Prozent in alternative Investments wie Private Equity, Immobilien und Co. investieren. Mehr als HLQ 'ULWWHO GHU EHIUDJWHQ )DPLO\ 2ȯFHV will den Private-Equity-Anteil aufstocken. Jeweils fast 30 Prozent planen dies auch für Private Credit und Venture Capital VLHKH *UDljNHQ DXI GHQ IROJHQGHQ 6HLWHQ Die Beratungsgesellschaft Bain prognos- tiziert, dass bis 2032 Privatvermögen in Höhe von 14 Billionen US-Dollar in das 3ULYDWPDUNWVHJPHQW ijLHĕHQ ZLUG Hürden gesenkt Hört man sich bei Anbietern um, leiten diese aus dem erwachten Interesse erheb- liche Wachstumsperspektiven ab. „Unser Haus geht davon aus, dass sich die Pri- vatmärkte in den nächsten Jahren auch in den Portfolios von Privatanlegern als fester Bestandteil etablieren werden“, sagt Ralf Sibbing vom Global Wealth Solu- tions Team der schwedischen Investment- gesellschaft EQT Partners. „Die Alloka- tion alternativer Investments wird sich bei Privatanlegern langfristig in Richtung der Quoten von institutionellen Investoren entwickeln. Dies deutet auf ein enormes Wachstum hin.“ Einen wichtigen Schritt stellt dabei eine regulatorische Änderung dar. So ermög- lichen sogenannte Evergreen-Fonds seit einigen Jahren einen breiteren Zugang zu Privatmärkten. Diese alternativen Invest- mentfonds stehen zumindest semiprofes- VLRQHOOHQ $QOHJHUQ RȬHQ XQG ZHLVHQ NHLQH befristete Laufzeit auf, wie sie ansonsten Rallye über Matschwege: Abseits ausgetretener Pfade finden sich besonders spannende Erlebnisse – bei Autofahrtenwie in der Invest- mentwelt. Doch der Weg kann mitunter beschwerlich sein. » Mit Evergreen-Fonds haben die Privatmärkte die nächste Evolutions- stufe erreicht. « Ralf Sibbing, EQT Partners 380 fondsprofessionell.de 2/2026 BANK & FONDS Private-Markets-Investments FOTO: © SUNSHINE SEEDS | STOCK.ADOBE.COM
RkJQdWJsaXNoZXIy ODI5NTI=