FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

Tür aufgestoßen Eine neue Plattform verschafft Sparkassenkunden den Zugang zu Vermögensverwaltungen externer Anbieter. Das Konzept kann das gesamte Gefüge imWealth Management verschieben. D ie italienische Insel Sardinien lockt mit Traumstränden. Doch ange- sichts des Touristenansturms haben einige Gemeinden Begrenzungen für den Besuch besonders beliebter Küsten- abschnitte eingeführt. Seither steht dort eine Reservierung samt Eintrittsgebühr vor dem Badespaß. Während Kontrollen auf Sardinien das Touristenheer bändigen, schützen Spar- kassen mit diesem Instrument ihre Pro- GXNWZHOW 6R KÌOW GDV ĆȬHQWOLFK UHFKWOLFKH Lager eine wachende Hand darüber, wel- che externen Anbieter von Investment- fonds zu den Kunden vorgelassen werden. Selbst bei der vermögenden Klientel hand- haben die Sparkassen den Zutritt recht restriktiv. Doch das ändert sich gerade. Denn der sogenannte Marktplatz für Vermögensverwaltungen hat den Testbe- trieb aufgenommen. Diese Plattform ver- VFKDȬW .XQGHQ YRQ 6SDUNDVVHQ =XJDQJ zu Wealth-Management-Strategien von Drittanbietern. Hinter dem Projekt ste- cken die DWP Bank sowie die Software- häuser Investify Tech und Dericon. Das Konzept markiert eine Zäsur. Es ĆȬQHW GDV ELVODQJ YRQ GHQ %DQNHQ JHKĞ - tete Wealth Management für externe Anbieter. Zwar richtet sich der VV-Markt- platz zunächst an Sparkassen, perspekti- visch kann er aber auch bei anderen Geld- häusern zum Einsatz kommen. Noch im laufenden Jahr wollen die ers- ten beiden Sparkassen das Angebot für ihre Kunden freischalten. Weitere dürften folgen. „Wir stellten den Marktplatz im vergangenen Jahr auf einer Roadshow gut 90 Sparkassen vor“, berichtet Frank Herr- mann, Leiter Private Banking bei Dericon. „Mit Ausnahme von fünf Häusern haben alle signalisiert, dass sie sich vorstellen können, den Marktplatz einzuführen.“ Welche Sparkassen an den Start gehen, darf Herrmann allerdings nicht verraten. Die Frankfurter Softwareschmiede Dericon hat sich mit den Systemen Deri- ljQ :06 XQG %,6 RQ :06 EHUHLWV HLQHQ Namen bei den Sparkassen erworben (siehe Kasten auf Seite 396). Für den Vor- stoß ins Wealth Management steuern DJE Kapital, Allianz Global Investors sowie die Berenberg Bank Vermögensverwal- tungsstrategien bei. Im Projektverlauf kamen die Landesbank Baden-Württem- berg (LBBW) und der Kölner Vermögens- verwalter Flossbach von Storch hinzu. Auf breiten Schultern „Wir werden das Konzept schnell auf breitere Schultern stellen“, kündigt Herr- mann an. Die Sparkassen sollen künftig eine Auswahl an Strategiegebern mit sehr unterschiedlichen Alleinstellungs- merkmalen haben. „Diese werden nicht nur unterschiedliche Multi-Asset-Strate- gien, sondern auch einzelne Anlageklas- sen abdecken: von Aktien über Anleihen bis hin zu Kryptowährungen“, sagt der Dericon-Manager. Der Marktplatz ermög- Tor zumParadies? ImWealth Management wollen sich viele Ban- ken und Sparkassenmit haus- oder verbundeigenen Strategien profilie- ren. Doch in der weitenWelt finden sich auch viele etablierte Ansätze. » Offene Plattformen stellen ein Bindungs- instrument dar. « Oliver Mihm, Investors Marketing 392 fondsprofessionell.de 2/2026 BANK & FONDS Vermögensverwaltung FOTO: © SULAMITH SALLMANN | STOCK.ADOBE.COM

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