FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
liche auch den Zugang zur Expertise von Adressen, die normalerweise institutionel- len Investoren vorbehalten sind. Durch die Auswahl und die Gewich- tung der verschiedenen Strategien könn- ten die Sparkassen eine maßgeschneiderte Lösung für ihre Endkunden konstruieren. „Der Ansatz folgt demLego-Prinzip: Jeder Baustein ist standardisiert, aber durch die intelligente Kombination dieser Elemente lassen sich hochindividuelle und leistungs- starke Lösungen bauen“, verdeutlicht Herrmann die Idee. „Was dabei entsteht, ist weit mehr als die Summe der Einzel- teile – vergleichbar mit einemFerrari, dem Millennium Falcon aus Star Wars oder Hogwarts für die Harry-Potter-Fans: Alles wurde aus Lego-Bausteinen gebaut.“ Bindungsinstrument Das Baukasten-Prinzip stößt aber auch an Grenzen. „Hochindividuelle Anpassun- gen, etwa der Ausschluss einzelner Aktien, sind in unserem Modell nicht möglich“, räumt Herrmann ein. „Dies ist jedoch nur für einen kleinen Kundenkreis rele- vant.“ Zum Start laute das Motto ohnehin zunächst: „Halte es simpel.“ Doch aus welchen Gründen erwä- gen Sparkassen, den VV-Marktplatz ein- zuführen? Immerhin lassen sich im gehobenen Segment höhere Einnahmen erzielen, die sich die Institute dann mit Dritten teilen müssten. Die einfache Antwort lautet: Der zunehmende Wettbewerb in diesem Segment verlangt es. „Im Private Banking der Spar- kassen stehen insgesamt vier bis fünf Angebote zur Ver- fügung, von denen am Ende meist nur zwei ins Sortiment aufgenommen werden“, führt Herrmann aus. Die stammen von Verbundpartnern wie der Deka oder der Frankfurter Bankgesellschaft. Wenn nun eine Sparkasse ihren besten Kunden – mit einemAnlagevolumen von deutlich über einer Million Euro – ledig- lich zwei Verbundlösungen anbiete, dann könne es schwierig werden, das gesamte Wertschöpfungspotenzial zu erschließen, formuliert es Herrmann. Sprich: Die Kun- den drohen abzuwandern. Oliver Mihm, Gründer und Leiter der Beratungsgesellschaft Investors Marketing, KÌOW GDKHU IHVW Ľ2ȬHQH 3ODWWIRUPHQ VWHO - len ein Bindungsinstrument für die Ban- ken dar. Damit lassen sich Kunden halten, GLH VLFK QLFKW PLW GHU 2ȬHUWH GHU YHUEXQG - eigenen Produktpartner begnügen wollen, sondern darüber hinausgehende Ange- bote wünschen.“ Die Idee einer Plattform ist nicht neu. Die Übertragung des Gedankens in die Bankenwelt stammt ursprünglich sogar DXV GHP ,QYHVWPHQWEHUHLFK Ľ%URNHU HUĆȬ - neten den Zugang zu Fonds, die über das Angebot der heimischen Banken und ihrer Investmenttöchter hinausgingen“, sagt Mihm. Das Modell breitete sich aus. Banken vermitteln inzwischen auch Immobilienkredite oder Tages- und Fest- geldangebote fremder Anbieter. Ventillösungen Die Institute tun sich ohnehin leichter damit, das Plattformkonzept in der Invest- mentwelt umzusetzen. „Denn hierbei handelt es sich um Provisionsgeschäft“, erklärt Mihm. „Anders sieht es bei Ein- lagen aus, die für die Bilanz der Institute relevant sind.“ Zudem sperrt das Banken- lager externe Angebote nicht komplett aus. „Sparkassen und Volks- banken bieten schon seit lan- ger Zeit Ventillösungen an, über die – bei entsprechen- der Nachfrage der Kunden – verbundfremde Produkte ins Angebot aufgenommen werden können“, erläutert der Unternehmensberater. Im ĆȬHQWOLFK UHFKWOLFKHQ /DJHU zählen etwa die Fondspartner der Deka dazu. Dennoch hegen manche Institutslenker Vorbehalte gegenüber verbundfremden Lieferanten. Das beim VV- Marktplatz gewählte Modell soll dies ausräumen. Die Spar- 394 fondsprofessionell.de 2/2026 BANK & FONDS Vermögensverwaltung FOTO: © FRANKFURTER BANKGESELLSCHAFT Solides Geschäft Fondsgeschäft der Sparkassen In den Beratungszimmern der deutschen Sparkassen finden Investment- fonds reißenden Absatz. Quelle:DSGV 0 5 10 15 20 25 30 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 Nettoabsatz 21,8 Mrd. Euro 26,9 Mrd. Euro 9,8 Mrd. Euro Mrd. Euro » Der Ansatz folgt dem Lego-Prinzip: Jeder Bau- stein ist standardisiert. « Frank Herrmann, Dericon
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