FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026
kassen behalten die Hoheit, wie viele und welche externen Strategien ihre Berater den Kunden zeigen. „Eine der beiden Pilot-Sparkassen wird zunächst nur mit einem der fünf Strategiegeber starten, das Angebot vielleicht aber ausbauen“, verrät Dericon-Manager Herrmann. „Die andere startet mit allen fünf und hat sich darü- ber hinaus noch weitere Strategiegeber gewünscht, die wir bald aufnehmen wer- GHQĺ 'HQ *UDG GHU ȬQXQJ NDQQ DOVR jedes Institut selbst bestimmen. Licht im Dickicht „Die Sparkassen werden die Zahl der Strategiegeber anhand ihrer Kapazitäten und der verschiedenen Kundensegmente kuratieren“, betont Herrmann. „Die ĆȬHQWOLFK UHFKWOLFKH /DQGVFKDIW LVW LPPHU - hin sehr heterogen.“ Es wäre zudem illu- sorisch, wenn eine Sparkasse Hunderte von Strategien auf die Plattform nähme. „Das ist den Beratern nicht zuzumuten“, so Herrmann. Einige Sparkassen würden neben den verbundeigenen Angeboten zudem über eine hauseigene Vermögens- verwaltung verfügen. „Diese nimmt dort natürlich die oberste Priorität ein.“ Das Plattformkonzept birgt zudem GDV 3RWHQ]LDO /LFKW LQ GDV 'LFNLFKW GHV Wealth Management scheinen zu lassen. Ľ'HU 0DUNWSODW] VFKDȬW 7UDQVSDUHQ] IĞU Vermögensverwaltungslösungen, sowohl mit Blick auf die Performance als auch auf die Gebühren“, meint Herrmann. Allerdings behalten auch bei den Gebühren die Institute die Zügel in der Hand. Sie bestimmen, welche Preise sie gegenüber den Endkunden veranschlagen. Bei dem Modell handelt es sich um All- in-Gebühren. „Die Standardgebühr des Marktplatzes enthält eine Pauschale, die DOOH 7UDQVDNWLRQVNRVWHQ DEGHFNWĺ HUOÌXWHUW GHU 'HULFRQ ([SHUWH Ľ'LHV YHUVFKDȬW GHQ Kunden wie den Sparkassen eine hohe Planungssicherheit. In Börsenjahren mit YLHOHQ 8PVFKLFKWXQJHQ ZĞUGHQ GLH 7UDQV - aktionskosten ansonsten die Margen der Sparkassen schmälern.“ Bühne bereitet Abschließend lässt sich festhalten: Dritt- produkte dürften zusehends in den Bank- verbünden Einzug halten. Wie tief die Eintrittshürden sinken, liegt aber immer noch bei den einzelnen Instituten vor Ort. Ľ/HW]WHQGOLFK KÌQJW GLH (QWVFKHLGXQJ RE HLQH HKHU YHUEXQGWUHXH RGHU HLQH RȬHQH Produktstrategie verfolgt wird, von den Präferenzen des Vorstands der jeweiligen Sparkasse oder Volksbank ab“, sagt Bran- chenkenner Mihm. Dericon und seine 3DUWQHU ĆȬQHQ GDIĞU DOVR GLH 3IRUWHQ durchgehen müssen die Institute aber selbst. SEBASTIAN ERTINGER FP Tor zur Sparkassen-Welt Plattform: DieFrankfurterSoft- wareschmiede Dericon entwickelte mit der Nord-LB das Angebot „BIS. on WMS“. Die Plattform stellt den Sparkassen einen deutlich erleich- terten Vertrieb von Fonds in Aus- sicht, die von Anbietern außerhalb des öffentlich-rechtlichen Lagers stammen und nicht zu den ausge- wähltenPartnernder Deka zählen. DieDatensol- cher Drittfonds flossen früher nicht automatisiert in die Sparkassensysteme ein. Um externe Pro- dukte anbieten zu können, mussten die Institute mitunter aufwendige Zusatzrecherchen betrei- ben und eigene Datensammlungen aufbauen und pflegen. Mehr als 130 Sparkas- sen nutzen das System. Kosten: Der Basiszugang ist für die Sparkassen kostenlos. Möglich machen dies die mehr als 40 Spon- soren, die sich an der Refinanzie- rung von BIS.on WMS beteiligen. Dies sind zahlreiche Fonds- und ETF-Anbieter. Startpartner war der Pullacher Vermögensverwalter DJE Kapital. Neben dem Standard-Datendienst können Sparkassen sich das System gegen Aufpreis individuell anpas- sen lassen. BIS.onWMS ist aus demWertpapier- managementsystem „Derifin WMS“ von Dericon und dem Informationssystem „BIS.on “ der Nord- LB entstanden. Daraus entsprang eine Plattform für den Mifid-II-konformen Vertrieb von Aktien, Anleihen und Zertifikaten. Konkurrenz: Inzwischen hat die Deka auf den Dericon-Erfolg reagiert: Im „S-Invest- Manager“, der neuen Wertpapierplattform des Asset Managers, die das alte „Dekanet“ abge- löst hat, sind auch die Daten von Drittfonds zu finden. Hinzu kommen zahlreiche weitere Tools, die den Vertriebsmanagern der Sparkas- sen das Leben erleichtern und den Wechsel auf eine andere Plattform wie BIS.on WMS unnötig machen sollen. 396 fondsprofessionell.de 2/2026 BANK & FONDS Vermögensverwaltung FOTO: © ERIK SCHUMACHER I INVESTORS MARKETING » Ob eine eher ver- bundtreue oder eine offene Produktstrategie verfolgt wird, hängt von den Präferenzen des Vorstands ab. « Oliver Mihm, Investors Marketing
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