FONDS professionell Deutschland, Ausgabe 2/2026

beschworene Comeback europäischer Aktien, oder wird der Kontinent eher unter mangelnderWettbewerbsfähigkeit leiden? Enderlein: Aus Anlegersicht sollte man die Frage eher umformulieren, um von Inves- toren zu erfahren, wie hoch deren Über- zeugung ist, dass Technologiewerte den Gesamtmarkt weiter outperformen wer- den. Denn sollte Technologie weiterhin besser abschneiden, ist die Wahrschein- lichkeit sehr gering, dass Europa die USA hinter sich lässt, schon allein aufgrund der Indexgewichtungen. Wenn Techno- logie jedoch schlechter abschneidet, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Outperfor- mance für Europa massiv. Genau des- halb sind aktive Strategien derzeit weit- aus attraktiver als passive, eben wegen der extremen Indexkonzentrationen, die in den USA besonders ausgeprägt ist, aber zum Teil auch schon in Europa. Die Wahrscheinlichkeit, dass entsprechend massiv gewachsene Unternehmen in den nächsten zehn Jahren genauso weiter wachsen werden können wie in der Ver- gangenheit, ist aus meiner Sicht begrenzt. Genau darin aber liegt eine besondere Chance für uns als aktiver Asset Manager. VielenDank für dasGespräch. HANSHEUSER FP » Aktive Strategien sind weitaus attraktiver als passive, wegen der Indexkonzentrationen. « Dirk Enderlein, Wellington Management Analystenurteil von Dewi John: „Eine starke risikobereinigte Performance“ Der von Dirk Enderlein und seinem Co-Mana- ger Gerrit Mader gemanagte Wellington Stra- tegic European Equity ist ein stark auf Stock- picking ausgerichteter Fonds, dessen Port- folio sich deutlich von seinem Referenzin- dex unterscheidet. Die Gewichtung erfolgt absolut, Enderlein betrachtet einen relati- ven Ansatz als „unnötige Einschränkung“. Makroökonomie spielt als Aspekt des Risi- komanagements eineRolle–umzuverste- hen, wie zyklisch das Portfolio ist und wie derMarktmakroökonomischeFaktorenein- preist. Enderlein räumt jedochein,dasssein Fonds in einem makroökonomisch getrie- benen Markt – wie etwa Ende 2020 bis Anfang 2021 – Schwierigkeiten habenwird. Der Fonds hat seine Benchmark MSCI Europe NR (EUR) Index in der Regel deut- lichübertroffen,zeigtabereinenschwäche- ren Start ins Jahr 2026. Die Kalenderjahr- Performance war im Vergleich zur Bench- mark meist positiv. 2021 blieb der Fonds hinter dem Index zurück (15,12 gegenüber 17,37 Prozent) und lag 2023 im Wesentlichen gleich- auf (12,90 zu 13,13 Prozent). 2022 zeigte er rela- tiveWiderstandsfähigkeitundverlor1,52Prozent, während die Benchmark um 4,36 Prozent nach- gab. Im folgenden Aufschwung erzielte er dann seine stärksten relativen Ergebnisse: 2024 eine Rendite von 12,32 gegen 3,61 Prozent fürdieBenchmark,imJahr2025einAnstieg um37,92 verglichenmit 26,09 Prozent. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Fonds jedoch einen Rückgang von 0,33 Prozent undbleibt hinter demPlus von3,02Prozent der Benchmark zurück. Kumulierte Zahlen untermauern aber das längerfristige Bild. Weitere Kennzahlen belegen eine starke risikobereinigtePerformance. Der Fondshat bei den „Lipper Leader Consistent Returns“ über drei, fünf und zehn Jahre hinweg die Note 5, unsere höchste Bewertung. Das Gleiche gilt auch für Gesamtrendite und Kapitalerhalt. Zwar erhält der Fondsbei den Kostennur dieNote2, dochsindseineAnle- gerwahrscheinlichzufrieden, dasie für das, was sie bezahlen, viel bekommen. ISIN: IE00B8BPMF80 Agio: 5,00 % Laufende Kosten: 1,69 % Erstausgabedatum: 12. 12. 2012 Fondsmanager: Dirk Enderlein, Gerrit Mader Quelle:Bloomberg 0% 20% 40% 60% 80% 100% 120% 140% 160% 180% 200% ’26I ’25 I ’24 I ’23 I ’22 I ’21 I ’20 I ’19 I ’18 I ’17 I ’16 Wellington Strategic European Equity Fund MSCI Europe Index Net Alt Alt 80 fondsprofessionell.de 2/2026 MARKT & STRATEGIE Fondsmanager im Kreuzverhör | Dirk Enderlein | Wellington Management FOTO: © NIGEL DICKINSON FÜR FONDS PROFESSIONELL KREUZ VERHÖR

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