Der Internationale Währungsfonds IWF schlägt Alarm – wieder einmal. In seinem jüngsten Finanzstabilitätsreport warnen die Ökonomen, dass knapp ein Drittel der europäischen Banken selbst bei einer Belebung der Konjunktur nicht genug Geld verdienen wird. Weitere 26 Prozent der Geldinstitute werden Mühe haben, profitabel zu arbeiten. Das berichten übereinstimmend mehrere Medien.

Der IWF bezieht sich nicht nur auf Häuser wie die Deutsche Bank oder die italienische Unicredit, die bekanntermaßen mit Problemen kämpfen. Vielmehr gehe es um die Finanzinstitute allgemein. Diese seien von allen Seiten in Bedrängnis geraten: Schwaches Wachstum, chronisch niedrige Zinsen und die immer strengeren Vorgaben der Regulierer stellten die Geldinstitute vor sehr große Herausforderungen. Diese könnten mittelfristig auch die Finanzstabilität untergraben, falls nicht schnell mit tiefgreifenden Reformen reagiert wird.

Abbau von 40.000 Arbeitsplätzen
Die Banken in der Eurozone müssten ihre Geschäftsmodelle gründlich überholen. Dazu gehöre, die Bilanzen zu entrümpeln, faule Kredite zu tilgen und Kapitalschwächen anzugehen. Sparprogramme, schlankere Filialnetze und ein optimierter Finanzierungsmix würden helfen, die Kosten der Geldhäuser um rund 36 Milliarden Euro zu drücken, so der IWF. In einigen Fällen müssten schwächere Spieler allerdings aus dem Markt ausscheiden, denn die Banksysteme seien insgesamt nach wie vor völlig überdimensioniert. Das habe auch Auswirkungen auf das Personal. Rund 40.000 Arbeitsplätze könnten vor dem Aus stehen.

Dabei geben die Experten des IWF auch der Europäischen Zentralbank indirekt eine Teilschuld an der aktuellen Misere. Einige geldpolitische Instrumente wie negative Zinsen "erreichen die Grenzen ihrer Wirksamkeit und die mittelfristigen Nebenwirkungen niedriger Zinsen für Banken und andere Finanzfirmen wachsen", argumentieren die Experten laut den Medienberichten. (jb)