Morningstar schickt sich an, das Oligopol der Indexanbieter zu durchbrechen. Die Fondsanalysten bieten der Asset-Management-Branche an, ihre Kapitalanlagen kostenfrei an den globalen Aktienindizes von Morningstar auszurichten. Fondsanbieter, Berater, Finanzdienstleister und Direktinvestoren haben für Benchmarking-Zwecke im Rahmen des Projekts "Morningstar Open Indexes" Zugang zu den Daten von mehr als 100 globalen Aktienindizes.

"Nach Marktkapitalisierung gewichtete Aktienindizes sind unseres Erachtens nahezu austauschbar und sollten einen entsprechend niedrigen Preis haben. Das ist aber nicht der Fall, daher nehmen wir das Projekt in Angriff", sagt Joe Mansueto, Chairman und Chief Executive Officer von Morningstar, in einer Pressemitteilung.

Kostensenkung für Anleger
Das Analysehaus schreibt weiter, dass Fondsanleger heute deutlich geringere Gebühren als noch vor 30 Jahren zahlen. Doch die Index-Lizenzen haben sich genau in die andere Richtung entwickelt. "Der Benchmarking-Prozess ist äußerst wichtig. Allerdings wird die große Mehrheit der Indizes am Markt von nur sehr wenigen Anbietern kontrolliert, und diese Anbieter nutzen ihre Marktmacht für drastische Gebührenerhöhungen", so der Morningstar-CEO weiter. Die Initiative des eigenen Hauses solle es der Finanzbranche ermöglichen, ihre Kosten zu senken und die entstandenen Vorteile an Anleger weiterzugeben (lesen Sie dazu auch den Kommentar "Das Oligopol der Indexanbieter wackelt – gut für Investoren" von FONDS professionell-Redakteur Sebastian Ertinger.)

Das Projekt "Morningstar Open Indexes" umfasse Aktien-Benchmarks für sämtliche Sektoren, Anlagestile und Regionen. Die Teilnehmer am Projekt erhalten Datendetails zur Kursrendite, Gesamtrendite, Nettorendite sowie der Zusammensetzung der zum Projekt gehörigen Indizes jeweils zum Monatsende. (jb)