Regelmäßig starten junge Gesellschaften mit einer neuen Geschäftsidee – auch im Finanzbereich. Zu diesen Start-ups gehört Cometum. Das Fintech wurde 2020 gegründet und ging in diesem Spätsommer mit seinem Angebot live, illiquide Assets wie Kunst, Oldtimer oder Diamanten mittels Blockchain-Technik zu tokenisieren und so einer breiteren Anlegerschicht zugänglich zu machen. Hinter Cometum steckt der Jurist Sascha Miller, der unter anderem im Banking- und Finance-Team der Großkanzlei Ashurst tätig war. Zum Gründer-Trio der Gesellschaft gehören neben Miller als Geschäftsführer noch Finanzchef Alexander Rennig und Alexander Schätz als Chief Technical Officer.

Das technische Grundprinzip bei solchen Anlageobjekten ist, dass Cometum sie erwirbt und eine Inhaberschuldverschreibung ausstellt. Daran wiederum können sich die Anleger mittels digitaler Token beteiligen. "Ein Vorteil hierbei ist, dass die zugrunde liegende Blockchain-Technologie es erlaubt, die jeweiligen Anteile den Anlegern klar zuzuordnen. Zudem können die Anteile über die Blockchain leicht übertragen werden", erklärt Miller.

"Neo-Privatbank"
Miller und das insgesamt fünfköpfige Team wollen aber nicht bei der Tokenisierung von illiquiden Assets stehen bleiben: "Diese Investmentangebote sind nur ein Anfang. Längerfristig ist es unser Ziel, eine 'Neo-Privatbank' für vermögende Millennials aufzubauen und alle Bankdienstleistungen sowie das Wealth Management modern und digital zu gestalten – über alle Assetklassen hinweg. Das erwarten die jungen Vermögenden heute", beschreibt Miller das Konzept für eine All-in-One-Banking-Plattform. Daher soll in Zukunft auch eine eigene Banklizenz für Cometum her. Im Moment arbeitet das Start-up unter dem Haftungsdach der Effecta. Die Banklizenz für die Konten, die Cometum natürlich auch bietet, stellt das Bankhaus von der Heydt.

Bis dahin wird es aber noch dauern, aktuell bietet das Start-up mit Sitz in Gräfelfing bei München nur die Anlage in einen Porsche 911, Baujahr 1972, und den Diamanten "C/1743 X1" an. Interessierte können ab 1.000 Euro beim Porscheund  beim Edelstein einsteigen. Am Ende der Laufzeit sollen die Objekte dann zu einem höheren Preis wieder verkauft werden. Beim Porsche 911 etwa erwartet Cometum einen Erlös von 230.000 Euro. Damit Kunden auch vor Ende der Laufzeit ihre Anteile veräußern können, soll es einen Zweitmarkt geben, der bislang noch nicht live ist. (jb)


In der Ausgabe 4/2022, die Ende November erscheinen wird, stellt FONDS professionell neben Cometum noch drei andere Fintechs vor.