Für Sparguthaben gibt es seit Jahren keine – oder inzwischen sogar negative – Zinsen, und nun steigt auch die Inflation. Immer mehr Bürger fürchten daher Verluste und wagen den Schritt Richtung Aktien. Das bestätigt der aktuelle Geldanlage-Index des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) auf Grundlage einer Umfrage unter 2.800 Teilnehmern aus Deutschland, 800 davon Vermögensberater. Im Vergleich zur letzten Erhebung vor einem halben Jahr ist der Index von 41,1 auf 46,7 Punkte gestiegen. "Im vergangenen Winter gab es zwar einen Corona-Dämpfer, der sich auch im Index zeigte. Im mittelfristigen Trend zeichnet sich jedoch eindeutig eine neue Lust auf Börse ab", kommentiert Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des DIVA.

Allerdings gilt das nicht für alle Altersgruppen gleichermaßen: Bei den 18- bis 29-jährigen Befragten sank der Index im Vergleich zur letzten Erhebung. Im vergangenen Jahr war bei dieser Altersgruppe vor allem durch das Aufkommen nutzerfreundlicher Trading-Apps eine Börseneuphorie ausgebrochen. Auch die große Experimentierfreude während des Lockdowns sowie soziale Medien trugen zur Begeisterung bei, erklärt Heuser. Dass diese nachgelassen hat, könnte laut Indexbericht mit ersten Enttäuschungen in Bezug auf Einzelwerte zusammenhängen.

Alternativen zum Sparkonto beliebt
Die Umfrage zeigt auch, dass nahezu die Hälfte der Bürger (43 Prozent) mit einer Inflationsrate von bis zu drei Prozent in den kommenden fünf Jahren rechnet, bei den befragten Vermögensberatern liegt dieser Anteil sogar bei 67 Prozent. Das spiegelt auch die Anlagestrategie der Befragten wider: Mehr als jeder Dritte hielt Immobilien für eine sinnvolle Teilstrategie (36,9 Prozent), ungefähr jeder Vierte Gold und andere Edelmetalle (25,9 Prozent), und ebenfalls jeder Vierte hält Aktien und Aktienfonds (24,3 Prozent) für eine gute Strategie, der Inflation zu entkommen. Unter den Experten hielten nahezu alle (93,8 Prozent) Aktien als wichtige Anlagestrategie und jeweils etwas mehr als die Hälfte Immobilien (57,8 Prozent) sowie Edelmetalle (54,2 Prozent). (fp)