Fast jeder zweite Bundesbürger legt besonderen Wert auf Versicherungspolicen, bei denen Klima- und Umweltaspekte beachtet werden. Das zeigt eine repräsentative Allensbach-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Insbesondere in der Altersgruppe 16 bis 29 Jahre spielt das Thema eine wichtige Rolle. "Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr. Umweltschutz beeinflusst immer mehr das Konsum- und Anlageverhalten der Menschen", kommentiert Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV, die Umfrageergebnisse. 

Für grünere Policen sind deutsche Versicherungskunden bereit, tiefer in die Tasche zu greifen: Ein Viertel der Befragten gab an, sie würden für nachhaltige Produkte auch mehr bezahlen. Dennoch hinken nachhaltige Policen traditionellen Produkten im Vertrieb deutlich hinterher. Erst vier Prozent der Deutschen haben eine "grüne" Versicherung. Als Grund dafür vermutet der GDV die fehlenden Kenntnisse der Kunden. Nur rund ein Drittel wüsste überhaupt über ökologische Alternativen in der Assekuranz Bescheid.

Aufholjagd hat begonnen
Die Wissenslücke bei Verbrauchern könnte sich bald schließen. "Der Markt für nachhaltige Versicherungsprodukte wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen", sagt Asmussen. Als Treiber nennt er die überarbeitete europäische Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD, mit der ab August 2022 das Thema Nachhaltigkeit in der Beratung zu Versicherungsanlageprodukten an Bedeutung gewinnen dürfte. Darüber hinaus wird es nach Ansicht des GDV-Hauptgeschäftsführers entscheidend sein, eine einheitliche ESG-Definition zu entwickeln. Erst dann wird sich das Angebot an ESG-Anlagen seiner Einschätzung nach merklich vergrößern. (fp)