Das Filialnetz der Banken in Deutschland schrumpft in atemberaubendem Tempo weiter: Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Zweigstellen um 2.388 auf 21.712, wie aus der Bankstellenstatistik der Deutschen Bundesbank hervorgeht. Das bedeutet einen Rückgang um 9,9 Prozent und entspricht fast dem Abbau des Vorjahres, als unter dem Strich 2.567 Zweigstellen geschlossen wurden. "In dieser Entwicklung spiegeln sich der Einfluss der Digitalisierung auf die Vertriebswege aufgrund einer verstärkten Nutzung von Online-Banking ebenso wider wie Maßnahmen zur Kostenreduzierung in einem herausfordernden Wettbewerbsumfeld", heißt es in einer Pressemeldung der Bundesbank.

Besonders deutlich war der Filialrückgang 2021 bei den Großbanken: Sie schlossen 1.109 Zweigstellen, was ein Minus von 21,6 Prozent bedeutet. Allein die Deutsche Bank (inklusive Postbank) sperrte 867 Filialen zu, die Commerzbank 243. Im Sparkassensegment (einschließlich Landesbanken) kam es zu einem Abbau von 617 Filialen, im genossenschaftlichen Sektor sank die Zahl der Zweigstellen um 468.

Allein 54 Fusionen bei den Volks- und Raiffeisenbanken
Nicht nur die Zahl der Geschäftsstellen, auch die der Kreditinstitute in Deutschland geht deutlich zurück. Im vergangenen Jahr sank ihre Zahl um 160 auf 1.519. Zum Teil geht das auf das neue Wertpapierinstitutsgesetz zurück. Seither gelten 59 ehemalige Wertpapierhandelsbanken sowie Zweigniederlassungen ausländischer Anbieter als Wertpapierinstitute und fallen daher aus der Bankenstatistik. "Aber selbst ohne diesen Effekt beträgt der Rückgang 6,0 Prozent gegenüber einem Minus von lediglich 2,2 Prozent im Jahr 2020", betont die Bundesbank. Allein im Genossenschaftssektor habe es im vergangenen Jahr 54 Fusionen gegeben, im Jahr davor waren es nur 34 gewesen.

"Angesichts der heraufziehenden Wolken am Bankenhimmel durch Zinswende, Abschwächung des Wachstums und Inflation sind die Banken gut beraten, ihre Widerstandskraft durch Kostenbewusstsein und gegebenenfalls Zusammenschlüsse weiter zu erhöhen", lässt sich Joachim Wuermeling, der für die Bankenaufsicht zuständige Vorstand der Bundesbank, in der Pressemitteilung zitieren. (bm)