Glaubt man Mark Phelps, Anlagestratege bei Alliance Bernstein (AB), sind zwei Faktoren besonders wichtig beim Investieren: Anpassungsfähigkeit und Resilienz. Erstere lasse sich durch einen klar definierten Investmentprozess erreichen, erklärte Phelps auf dem 19. FONDS professionell KONGRESS. Auf den ersten Blick scheint das paradox. Eindeutige Prozesse helfen aber dabei, unter widrigen Umständen rasch und fundiert Entscheidungen zu treffen, argumentierte der Stratege.

Für ein widerstandsfähiges Portfolio ist wiederum ein dauerhaftes, konstantes Gewinnwachstum von Bedeutung. Beispielhaft zeigte der AB-Mann das am Fonds AB Concentrated US Equity Portfolio. Dieser setzt auf eine kleine, konzentrierte Aktienauswahl und entwickelte sich in der Vergangenheit deutlich besser als der US-Index S&P 500, bei niedrigeren Schwankungen. Zu verdanken war das dem stetigen Gewinnwachstum der Firmen im Fonds, so Phelps: "Es gibt nicht viele Unternehmen, die nachhaltig wachsen. Wir konzentrieren uns auf genau diese Unternehmen."

Was Menschen und Aktien gemeinsam haben
Als Stargast hatte AB in Mannheim Samuel Koch auf die Bühne geladen. Zu Resilienz kann Koch, der seit seinem Unfall in der ZDF-Unterhaltungssendung "Wetten dass…?!“ im Rollstuhl sitzt und nun als Schauspieler Karriere macht, einiges erzählen. Was bei Aktien ein spannendes Konzept ist, findet Koch in der Anwendung auf Menschen allerdings schwierig. "Resilienz ist ein Modewort geworden“, kritisierte er. Nach Schicksalsschlägen klinge es "wie Hohn und Spott“, Konzepte der psychischen Widerstandsfähigkeit wie positives Denken zu bemühen.

Auch den Begriff des Werts, in der Finanzwelt gang und gäbe, möchte Koch nur unter bestimmten Umständen auf Menschen übertragen wissen: Insofern nämlich, als dass jedem Menschen ein Wert innewohnt, unabhängig davon, was er besitzt oder geleistet hat. In dieser Hinsicht gibt es zwischen Aktien und Menschen dann aber doch wieder Parallelen: Auch Aktien besitzen laut Finanztheorie einen inneren Wert. (fp)