AGI-Aktienchef: Warum derzeit keine KI-Blase in Sicht ist
Michael Heldmann, Aktien-Investmentchef bei Allianz Global Investors, sieht trotz rasantem KI-Boom keine Anzeichen für eine spekulative Blase. Parallelen zur Dotcom-Ära hält er für unzutreffend – die Unternehmen seien heute finanziell deutlich solider aufgestellt.
Am Markt gebe es keine Blase rund um das Thema künstliche Intelligenz (KI) – zu dieser Einschätzung kommt Michael Heldmann, CIO Equity bei Allianz Global Investors (AGI). Die aktuelle Situation sei nicht mit der Dotcom-Blase zu vergleichen.
"Ich glaube nicht, dass wir uns in einer KI-Blase befinden", sagte Heldmann am Dienstag (25.11.) bei einer Veranstaltung seines Unternehmens. Möglich seien höchstens "kleinere, einzelne Events, einzelne Firmen, wo durchaus dann mal ein Kurzschluss passieren kann, aber nichts Systemisches im Endeffekt".
Mit dem anhaltenden KI-Boom häuften sich zuletzt Warnungen vor einer spekulativen Blase. Dabei wurden häufig Parallelen zum Dotcom-Hype der späten 1990er Jahre gezogen, der in einem massiven Crash und zahlreichen Firmenpleiten endete.
"Situation ist massiv anders"
"Wenn man es mit anderen Blasen der Vergangenheit vergleicht, beispielsweise der Dotcom-Bubble und so weiter, dann ist die Situation doch massiv anders", erklärte Heldmann. "Die Firmen, die daran beteiligt sind, sind in einem viel besseren Zustand." Sie verfügten über "sehr stabile" Bilanzen und könnten sich beispielsweise aus dem eigenen Cashflow finanzieren.
Rekordinvestitionen der Tech-Konzerne
Fakt sei, dass Technologiekonzerne Hunderte Milliarden Dollar in Chips und Rechenzentren investieren – nicht nur wegen der steigenden Nachfrage nach Chatbots, sondern auch in der Hoffnung, immer mehr Prozesse von Menschen auf Maschinen zu verlagern. Noch nie zuvor sei so viel Geld so schnell in eine Technologie geflossen, deren kommerzielles Potenzial noch nicht vollständig erprobt sei.
Wie viel Unsicherheit zuletzt im Markt war, hat in den vergangenen Wochen immer wieder die Aktie von Nvidia gezeigt, einem zentralen Chiphersteller für das KI-Zeitalter. Am Dienstag (25.11.) stand der Titel im US-Handel mit einem Kursabschlag von bis zu rund sieben Prozent stark unter Druck.
Keine systemische Gefahr erkennbar
Wenn über das Platzen einer Blase gesprochen werde, müsse man laut Heldmann davon ausgehen, dass es breite Auswirkungen "auf gesamte globale Volkswirtschaften" gebe. Doch das könne man "im Moment nicht wirklich sehen", sagte der Experte. (mb/Bloomberg)




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