Seit Einführung des Alterseinkünftegesetzes 2005 ist die kapitalgedeckte Vorsorge auf dem Rückzug, "das Neugeschäft hat sich seither halbiert", sagt Michael Franke, Geschäftsführer von Franke und Bornberg (FuB). Die Menschen müssten ihre Altersvorsorge wieder stärker in die eigenen Hände nehmen und die Politik muss nutzlose Regulatorik zurückfahren, um Versicherern mehr Kundennutzen zu ermöglichen, zeigt das Altersvorsorge-Rating 2025 des Analysehauses FuB.  

Dabei wurden 922 Tarife und Tarifkombinationen von 53 Anbietern aus allen drei Schichten der kapitalgedeckten Altersversorgung unter die Lupe genommen (2021: 629 Tarife), leider aber weiterhin ohne die betriebliche Altersversorgung, obwohl Renten aus Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds eine wichtige Rolle spielen.

Änderungen bei der Prüfung
Immerhin wurde das Kriterium Flexibilität noch stärker berücksichtigt und der Rentenbezug detaillierter geprüft. Neu sind auch Prüfungspunkte zur Anpassung der garantierten Rechnungsgrundlagen bei fondsgebundenem Rentenbezug sowie Voraussetzungen für den Wechsel in eine temporäre Rente. Zudem wurden die Kategorien "Klassik" und "Neue Klassik" in der einheitlichen Kategorie "Klassische Rentenversicherung" zusammengeführt.

Mit 522 Tarifen ist das Angebot in der dritten Schicht am größten. Private Rentenversicherungen wurden dabei einer von fünf Produktkategorien zugeordnet: klassische Rentenversicherung, indexgebundene Renten, beitragsorientierte Hybride, garantieorientierte Hybride und Fondsrenten. Fondsrenten bilden mit 42,6 Prozent aller Produkte die stärkste Gruppe, gefolgt von garantieorientierten Hybriden (19,6 Prozent).

Fondsgebundene Rentenversicherungen von hoher Qualität
Bei der Qualität sind Fondsrenten und indexgebundene Renten führend; klassische Tarife fallen immer weiter ab. Überproportional viele Fondsrenten sind leistungsstark: 28,7 Prozent dieser Tarife erhielten eine hervorragende Bewertung (FFF+) und weitere 53,9 Prozent eine sehr gute Note (FFF) – siehe folgende Grafik.

Quelle: Franke und Bornberg

Fonds- und Hybridtarife bieten derzeit auch die größte Flexibilität und vielfach die kundenfreundlichsten Lösungen. Gleichzeitig eröffnen sie in der Regel höhere Renditechancen. Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen, wo die Anlage der Sparbeiträge ausschließlich in Investmentfonds einschließlich ETFs erfolgt, wurden 33 Tarife hervorragend bewertet (2021: 30), die in alphabetischer Reihenfolge der Gesellschaften aufgelistet sind (externer Link).

Tarife gegen Einmalbeitrag werden gesondert ausgewiesen. Die Übersichten liefern Momentaufnahmen und werden laufend aktualisiert und um neue Produkte ergänzt. Übrigens: Das Altersvorsorge-Rating ist ein reines Produktrating und konzentriert sich auf die Qualität der Vertragsbedingungen.

Marktanalyse und Berater-Umfrage der Redaktion
FONDS professionell trägt regelmäßig die Angebotstarife fondsgebundener Rentenversicherungen zusammen – aktuell von 24 Versicherern. Die Daten stammen von den Anbietern selbst und wurden teilweise in Eigenrecherche ergänzt. Zudem gab es in Ausgabe 3/2025 wie jedes Jahr eine umfangreiche Marktstudie, die die Investmentbestände von 66 Versicherern analysiert hat.

Wie eine exklusive Umfrage im Herbst 2025 unter 285 Beratern ergab (75 Prozent Makler), lag die vermittelte Gesamtbeitragssumme mit Fondspolicen bei fast drei Vierteln zuletzt über 500.000 Euro im Jahr. Fast 84 Prozent der Vermittler empfehlen Fondspolicen ohne Garantien. (dpo)


Die Ergebnisse des gesamten Altersvorsorge-Ratings gibt es hier (externer Link), die Bewertungsgrundlagen hier (externer Link).