Nach einem Jahresauftakt mit hohen Kursverlusten rechnet der Fondsanbieter Bantleon mit einer zumindest zeitweisen Erholung im Sommer. "Tritt unser Basisszenario ein, das ein zeitnahes Kriegsende in der Ukraine und nur gedämpftes Störfeuer aus China unterstellt, wird sich die weltweite Konjunktur im Frühjahr und Sommer kräftig erholen", argumentiert Chefvolkswirt Daniel Hartmann in seinem jüngsten Marktkommentar.

Speziell im dritten Quartal dürfte das Wachstum in der Eurozone und den USA nochmals weit überdurchschnittlich ausfallen, meint Hartmann. Dann würden auch die Konjunktur- und Sentimentbarometer nach oben drehen. "Indikatoren wie etwa der ZEW-Index, der im März bereits scharf eingebrochen ist, sollten einen Freudensatz machen, sobald die Waffen schweigen", so der Ökonom.

Es wartet ein Herbst voller Sorgen
Mit Blick auf den Aktienmarkt rechnet Bantleon mit weiterhin hohen Schwankungen. "Jede Nachricht über das Kriegsgeschehen oder mögliche Friedensverhandlungen besitzt das Potenzial, die Kurse heftig nach oben oder unten zu treiben", so Hartmann. Sollte sich indes spätestens im Mai ein Waffenstillstand abzeichnen, sei ein "Euphorieschub" programmiert. Mit der konjunkturellen Erholung wäre auch der Weg für wieder anziehende Unternehmensgewinne geebnet. Hartmann und seine Kollegen rechnen daher damit, dass die bekannten Börsenindizes zur Jahresmitte nicht nur ihre Vorkrisenniveaus erreichen, sondern sogar neue Höchststände anpeilen.

"Die Freude darüber wird jedoch unserer Einschätzung nach nicht lange währen", mahnt Hartmann. "Wie zu Jahresbeginn dürften schon bald wieder die Sorgen über den anhaltenden Inflationsdruck und die steigenden Zinsen die Oberhand gewinnen." Zum Jahresende dürfte daher von den zwischenzeitlichen Kursgewinnen an den Aktienmärkten nicht mehr viel übrigbleiben, erwartet der Anlagestratege. "Bereits eine schwarze Null wäre an den europäischen Börsen als Erfolg zu werten." (bm)