Berenberg: "Wash Sale Rule" sorgt für neue Hoffnung
2025 mussten Portfoliomanager – trotz aller Diversifikationsbedenken – hochgewichtete und inzwischen teure Technologietitel erneut stark übergewichten, um mit den Indizes mithalten zu können. Steuerlich motivierte Transaktionen könnten nun jedoch eine taktische Rotation auslösen, meint Berenberg.
Nach der gesunden Korrektur haben sich die Aktienindizes wieder erholt und handeln nahe ihrer Allzeithochs. Das positive Bild täuscht jedoch, warnen die Experten der Berenberg Bank. Unterhalb der Oberfläche gab es eine große Dispersion. So haben nur drei Sektoren in diesem Jahr den S&P 500 übertroffen: Kommunikationsdienste, Technologie und Industrie – wobei der Industriesektor seit Jahresbeginn nur marginal vorne liegt. Die einzige Möglichkeit, den S&P 500 auf Sektorebene in diesem Jahr zu schlagen, bestand daher darin, in den größten Marktsegmenten übergewichtet zu sein.
ETFs treiben die Kurse hoch
"Ein Bild, das wir in der Vergangenheit häufiger hatten. Begünstigt wird diese Outperformance nicht nur durch ordentliche Unternehmensgewinne, sondern zunehmend auch durch passive ETF-Flows. Die Outperformer bekommen ein höheres Indexgewicht und damit mehr inkrementelle, nicht-fundamentale Zuflüsse durch Index-Investoren", schreibt Ulrich Urbahn, Leiter Portfolio Management Alternatives & Leiter Multi Asset Strategy & Research bei Berenberg, als Herausgeber der Publikation "Berenberg-Märkte-Monitor".
Da nicht nur ETFs, sondern auch andere Momentum-Strategien immer mehr Gelder einsammeln, sei es laut Berenberg zunehmend schwer, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen.
Neue Hoffnung?
Hoffnung auf eine taktische Rotation besteht nun jedoch aus steuerlichen Gründen ("Wash Sale Rule"). Verkaufte Aktien, die zur Realisierung steuerlicher Verluste veräußert wurden, dürften gegen Jahresende wieder zurückgekauft werden, meint Berenberg abschließend. (aa)




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