Eine inverse Zinsstrukturkurve ist laut Columbia Threadneedle in der Regel kein Vorbote eines Bärenmarktes. Viele Investoren gehen bislang vom Gegenteil aus: Es gibt einen breiten Konsens darüber, dass sechs bis 18 Monate, nachdem die kurzfristigen Zinsen über das Niveau am langen Ende der Zinsstrukturkurve gestiegen sind, eine herbe Rezession folgt. Die Gründe für die Rezession spielen in dieser Überlegung keine Rolle.

Die Fondsgesellschaft will die vermeintliche Anlegerweisheit ins Reich der Mythen verbannen. Sie weist dazu auf Berichte der US-Notenbank Fed hin, die bis ins Jahr 1996 zurückreichen. "Wenn man zurückgeht und sich die Rezessionen anschaut, die auf inverse Zinsstrukturkurven folgten, zeigt sich, dass sie für den Aktienmarkt nicht wirklich schrecklich waren", sagt Colin Moore, Globaler CIO bei Columbia Threadneedle.

Milder Rückgang, kräftige Erholung
Die vergangenen Rezessionen nach inversen Zinsstrukturkurven dauerten nicht lange. Zudem verlief die Korrektur am Aktienmarkt in der Regel recht mild. Und: "Die Wirtschaft erholte sich anschließend ganz ordentlich", berichtet Moore. "Daher erscheint es mir ungerechtfertigt, angesichts einer inversen Zinsstrukturkurve dramatische Maßnahmen zu ergreifen." Mit anderen Worten: Anleger sollten jetzt mit Blick auf die Zinsstrukturkurve Ruhe bewahren. (fp)