Der Ex-Beachvolleyballer, Physiker, Ex-Unternehmensberater, Wissenschaftsmoderator und Kabarettist Vince Ebert hat auf dem diesjährigen FONDS professionell KONGRESS seine humorvollen und klugen Gedanken zum derzeitigen Branchen-Trend-Thema "Nachhaltigkeit" vorgetragen. Die Aussagen des Tausendsassas, der auf Einladung von BNP Paribas Asset Manager sprach, kann man so zusammenfassen: "Fortschritt entsteht durch Unberechenbarkeit." Will sagen: Menschen müssten ihrer angeborenen Kreativität freien Lauf lassen und auch einmal was Falsches oder Dummes machen dürfen. Das gelte auch in Bezug auf Nachhaltigkeit und nachhaltige Investments.

Nur Menschen planen für eine Rente
Ebert spannte den Bogen von Kreativität zur Nachhaltigkeit, genauer die Ökologie, mit dem Hinweis auf einen Rohstoff, der irgendwann einmal zur Neige geht. "Erdöl beispielsweise ist endlich, die menschliche Kreativität ist es nicht. Menschen können sich im Gegensatz zu anderen Lebewesen Dinge in der Zukunft vorstellen und auch darauf hinarbeiten – etwa Geld für eine Rente zurücklegen“, so sein Gedankengang. Mit anderen Worten: Die Menschheit werde, so man sie lasse, mit den ökologischen Problemen fertig werden.

Die Grundlage dafür sei das menschliche Gehirn. Dessen einziger Zweck sei es, kreativ zu denken und aus Patzern oder Irrtümern zu lernen. Beim Gegenteil davon, dem effizienten Denken und Handeln, seien uns Mikroorganismen weit voraus: "Die halten schon seit Millionen von Jahren den Ball flach und relaxen. Das ist nicht kreativ, aber sehr effizient."

Daher, so Ebert, wachse auch das menschliche Gehirn so langsam, erst mit Erreichen des 23. Lebensjahres ist es komplett "ausgewachsen". "Flussbarsche werden mit einem voll ausgebildeten Gehirn geboren. Allerdings fressen die auch ihre Kinder!"

Heterosexuelle BWLer sind effizient, aber wenig überlebenstauglich
Wer nachhaltig erfolgreich sein will, der muss also gerade nicht effizient sein. Ebert verweist dabei auf eine Shell-Studie, die nachprüfte, welche Unternehmen langlebig sind: "Das sind die, die gelernt haben zu lernen, und nicht diejenigen, deren interne Organisationsstrukturen am effizientesten aufgebaut sind." Denn effiziente Systeme seien genau genommen unflexibel, sie könnten sich nicht schnell genug auf Veränderungen einstellen. Oder, um es mit Eberts überspitzten Worten zu formulieren: "Heterosexuelle BWLer regieren nicht auf Marktentwicklungen."

Daher, so muss man Ebert verstehen, sollte man bei der Suche nach nachhaltigen Investments auf Firmen setzen, die der Kreativität freien Lauf lassen – und nicht der Effizienz. (jb)