Für Investmentprofis gibt es viele Gründe, Jahr für Jahr Ende Januar nach Mannheim zu kommen. Wenn erfolgreiche Fondsmanager ihre besten Investments verraten, hat sich die Reise schon gelohnt. Doch lernen lässt sich bekanntlich auch von schlechten Vorbildern – und zu diesen muss sich Jordan Belfort wohl zählen.

Der "Wolf of Wall Street", dessen Leben jüngst mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle verfilmt wurde, gab sich bei seinem Eröffnungsvortrag geläutert: "Meine ethischen Maßstäbe hatten sich schleichend verschoben. Was ich getan habe, war falsch. Ich hatte es verdient, ins Gefängnis zu gehen."

Aktien sind das Gebot der Stunde
Doch es muss kein weltbekannter Anlagebetrüger auf der Bühne stehen, damit sich der große Saal im Mannheimer Rosengarten füllt – auch bei den zahlreichen inhaltlich anspruchsvollen Fachvorträgen und -diskussionen waren die Ränge voll besetzt. So hatte Dachfondspionier Eckhard Sauren vier der bekanntesten deutschen Vermögensverwalter zum Fondsmanagergipfel geladen: Bert Flossbach, Klaus Kaldemorgen, Peter E. Huber und Christoph Bruns waren sich einig darin, dass Aktien das Gebot der Stunde sind.

Die meisten anderen Profianleger, etwa Hendrik Leber, Jens Ehrhardt, Max Otte oder Asoka Wöhrmann, schlossen sich dieser Meinung in ihren Vorträgen an. Vermögensverwalter Volker Schnabel diskutierte dagegen mit Andreas Grünewald darüber, ob Aktien auf dem aktuellen Niveau noch immer eine gute Wahl sind.


1422871523.jpg


Riesiges Potenzial für Finanzberatung
Eine große Rolle in vielen Vorträgen spielte das jüngst verkündete Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB). Viele Finanzprofis können dieser ultralaxen Geldpolitik nur wenig abgewinnen. Ethenea-Fondsmanager Luca Pesarini nannte in seinem Referat allerdings neun Gründe, die für Mario Draghis "Quantitative Easing"-Politik sprechen. Auf ihre Kosten kamen übrigens nicht nur Freunde aktiven Managements, auch Anhängern börsennotierter Indexfonds wurde in Mannheim einiges geboten, etwa auf dem ETF-Panel des Vermögensverwalters Starcapital.

Neben Dutzenden Referaten zu Finanzmarktthemen konnten die Besucher in Mannheim auch zahlreiche Vorträge hören, in deren Mittelpunkt die Praxis der Anlageberatung stand. So erläuterte der Frankfurter Finanzwissenschaftler Andreas Hackethal, warum es ein riesiges Potenzial für Finanzberatung gibt. Und Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BVI, brachte die Zuhörer auf den neuesten Stand in Sachen Regulierung und Provisionsberatung.

Zwei der bekanntesten Ökonomen Deutschlands
Bestens besucht waren auch die Vorträge, in denen zwei der bekanntesten Ökonomen Deutschlands ihre Sicht der Dinge erläuterten: Der frühere EZB-Chefökonom Jürgen Stark erläuterte, wie die hohen Staatsschulden das Wachstum in der Euro-Zone hemmen. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger bescheinigte dem Euro-Sorgenkind Griechenland, eigentlich auf einem gutem Weg zu sein – der neue Regierungschef Alexis Tsipras setze diese Erfolge mit seiner Koalition mit den Rechtspopulisten jedoch aufs Spiel.

Weiterer Höhepunkt des FONDS professionell KONGRESS war die Verleihung des DEUTSCHEN FONDSPREISES in elf Anlagesegmenten und des DEUTSCHEN FONDSPREISES in der Kategorie Service, umrahmt von einem stilvollen Galaabend. (bm)