Deka verdoppelt KI-Ausgaben
Die Dekabank will ihre Investitionen in künstliche Intelligenz deutlich ausbauen. Neben höheren Budgets möchte das Institut weitere KI-Trainees einstellen sowie einen Voicebot starten, der Mitarbeiter im Kundenservice entlasten soll.
Die Dekabank will in diesem Jahr deutlich mehr Geld in künstliche Intelligenz (KI) investieren. Das sagte Dwarak Vittal, der beim Fondshaus der Sparkassen federführend für das Thema zuständig ist, in einem Interview mit "Bloomberg News". Zudem erwägt das Unternehmen, mehr KI-Trainees einzustellen und in diesem Quartal einen Voicebot in Betrieb zu nehmen.
"Wir werden unsere KI-Investitionen in 2026 in etwa verdoppeln und damit dann im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Wir sehen den klaren Mehrwert, den uns der Einsatz von KI bringt", erklärte Vittal. Das Thema KI sei inzwischen überall in der Deka angekommen – von der Vorstandsetage bis hinein in die einzelnen Abteilungen.
KI als fester Bestandteil neuer Projekte
Vittals Ankündigung passt zu Äußerungen von Deka-Chef Georg Stocker aus dem Sommer. Er hatte damals gesagt, dass alle Führungskräfte und Projektleiter künftig die Aufgabe hätten, bei jedem neuen Projekt den Einsatz von KI von Beginn an mitzudenken und als Teil der Lösung einzuplanen.
In den zurückliegenden Jahren hatten weltweit viele Finanzdienstleister mit KI experimentiert, angespornt durch das Potenzial, die Produktivität zu steigern und Kosten zu senken. Auch in Deutschland wird die neue Technologie immer breiter eingesetzt, etwa bei Helaba, DZ Bank und LBBW.
DekaGPT unterstützt Mitarbeiter im Alltag
Am sichtbarsten ist der KI-Einsatz in vielen Banken durch interne Chatbots. Bei der Deka trägt dieser den Namen DekaGPT. Er hilft den Beschäftigten unter anderem beim Sichten und Auswerten langer Texte, was viel Zeit spart.
Zwischen 1.700 und 1.800 der insgesamt rund 5.900 Mitarbeiter der Deka nutzen den Chatbot jeden Tag, berichtete Vittal.
KI liefert Signale für das Asset Management
Im Asset Management wertet die KI zudem "große Mengen an Daten aus, um daraus Signale für Marktbewegungen abzuleiten. Das hilft unseren Portfoliomanagern sehr, die diese Signale mit ihrer langjährigen Expertise kombinieren", sagte Vittal. Anwendungen gebe es auch in vielen weiteren Bereichen, vom Risikocontrolling bis zum Vertrieb.
Hohe Akzeptanz unter Beschäftigten
In einer Umfrage erklärten jüngst 91 Prozent der Deka-Beschäftigten, dass sie offen für den Einsatz von KI bei der Arbeit sind. Gleichzeitig begleitet viele Beschäftigte in der Finanzbranche die Sorge, dass KI langfristig Arbeitsplätze gefährden könnte, wie Erhebungen zeigen. "KI soll keine Mitarbeiter ersetzen, sondern Mitarbeiter unterstützen und die Arbeit effizienter machen", sagte Vittal.
Voicebot soll Kundenservice entlasten
Dazu soll auch der Voicebot beitragen, den die Dekabank in diesem Quartal einführen will. Er soll die Beschäftigten im Kundenservice entlasten. "Wenn Sparkassen oder Endkunden bei uns anrufen, sollen einfache Abfragen direkt über einen KI-unterstützten Voicebot geklärt werden. Kompliziertere Anliegen werden natürlich weiter zu einem echten Menschen durchgestellt", erklärte Vittal. Bislang landeten alle Anrufe direkt bei Mitarbeitern.
Ausbau des KI-Nachwuchses geplant
Zugleich will das Fondshaus in Personal investieren. Das zeigt sich bei den KI-Trainees, von denen es aktuell sieben im Unternehmen gibt. "Wir planen, in 2026 bis zu zwölf weitere KI-Trainees einzustellen", sagte Vittal.
Diese Trainees werden in einzelnen Fachbereichen der Bank eingesetzt und sollen dort die KI-Aktivitäten vorantreiben, etwa indem sie potenzielle KI-Anwendungsfälle identifizieren. Ziel ist es, die Nachwuchskräfte – die meist einen technischen Hintergrund haben – im Laufe ihres 18-monatigen Programms als KI-Experten zu positionieren.
Die ersten KI-Trainees der Deka, die ihre Ausbildung bereits abgeschlossen haben, sind laut Vittal allesamt vom Unternehmen übernommen worden. (mb/Bloomberg)














