Zwei große Trends bewegen Wirtschaft und Gesellschaft: Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Dies sagte der ehemalige Bundeswirtschafts- und Gesundheitsminister Philipp Rösler auf dem FONDS professionell KONGRESS in Mannheim. Dabei sei der schonende Umgang mit Ressourcen eigentlich tief in der Wirtschaft verortet, so Rösler, nunmehr Partner und Aufsichtsrat bei dem auf nachhaltige Investments spezialisierten Asset Manager Arabesque. "Nachhaltigkeit ist kein politischer Kampfbegriff, sondern Teil der Wirtschaftspolitik".

Die Auswertung von großen Datenmengen wiederum könne helfen, mehr Sachlichkeit in die Diskussion um Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften zu bringen. "Es ist erschreckend, was man mit Emotionen erreichen kann", sagte Rösler mit Verweis auf US-Präsident Donald Trump, der mit emotional vorgetragenen Falschaussagen Erfolge feiere. In der Wirtschaft, wie generell, sollten vielmehr Daten und Fakten zählen, sagte der ehemalige FDP-Spitzenpolitiker.

"Nicht hysterisch, sondern auf Basis von Daten und Faken"
Genau hier wolle Arabesque ansetzen, führte Rösler aus. Das Team um den Firmengründer und ehemaligen Barclays-Banker Omar Selim wolle die beiden Trends Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammenführen und habe eine Datenbank geschaffen. "Über die Datenpunkte lässt sich festmachen, wie grün ein Unternehmen ist", erläuterte Rösler. Das Team habe sich einer Mission gewidmet, "nicht hysterisch, sondern auf Basis von Daten und Faken." Dabei würden die drei Punkte Ökologie, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG) gleichberechtigt betrachtet.

Die Daten über die Nachhaltigkeit von Unternehmen stellt die Plattform zudem öffentlich zur Verfügung. "Dies gibt den Menschen eine Marktmacht an die Hand", so Rösler. Sie könnten mithilfe der Arabesque-Daten selbst entscheiden, welche Produkte sie kaufen, mit wem sie Geschäfte machen oder in welches Unternehmen sie investieren. "Das ist nicht nur gefühlte, sondern echte Nachhaltigkeit und ur-liberal", argumentiere der Ex-Minister. "Denn die Menschen entscheiden dann selbst. Ich finde es nicht gut, wenn Regierungen vorschreiben, wie Menschen handeln sollen."

Große Partner
Der Asset Manager hatte für seine Ratingtochter S-Ray, die die Datenbank betreibt, finanzstarke Partner gewonnen. So hält neben der Allianz X, der Digital-Entwicklungsgesellschaft des Versicherers, der Commerz Real sowie der Landesbank Hessen-Thüringen und dem Land Hessen auch die DWS Anteile. Die Fondstochter der Deutschen Bank hatte jüngst zudem bei Arabesque AI einen Minderheitsanteil erworben. Die Boutique will die Entwicklung von Aktienkursen über die Auswertung eines großen Datenvolumens per Künstlicher Intelligenz vorhersagen. DWS-Chef Asoka Wöhrmann will das Haus nachhaltiger und digitaler aufstellen. (ert)