"Bereits an den ersten Tagen des Jahres hat sich eine zentrale These unseres Jahresausblicks für 2026 bestätigt: 'Politik treibt Märkte'", schreibt Axel D. Angermann, Chefvolkswirt der Feri-Gruppe, in einem aktuellen Marktkommentar. Die regelbasierte Weltordnung löse sich auf, und es bilde sich eine neue Struktur heraus, in der einzelne Länder ihre Interessen ohne Rücksicht auf übergeordnete Werte durchzusetzen versuchten.

"Dass dies auch für die USA gilt, ist für nüchterne Beobachter keine Überraschung. Es handelt sich vielmehr seit dem Amtsantritt Donald Trumps um die konzeptionelle Grundlage, auf der die US-Regierung agiert", so Angermann. Die Folgen dieser Entwicklung gelte es genau zu analysieren.

Aus den Ereignissen in Venezuela ergeben sich nach Einschätzung von Angermann vorerst keine unmittelbaren Konsequenzen für die strategische und taktische Asset Allocation. Ein schneller Anstieg der Ölförderung in Venezuela sei angesichts der hohen Investitionserfordernisse, der wahrscheinlich hohen Förderkosten und des bereits jetzt bestehenden Überangebots an Öl auf dem Weltmarkt nicht anzunehmen.

Die konkreten Auswirkungen würden auch durch die Tatsache begrenzt, dass sich die politische Ordnung Venezuelas vorerst nicht grundlegend ändert und eine Rückkehr des Landes zur Demokratie für die USA keine Priorität zu haben scheint.

Dennoch gibt es nach Ansicht von Angermann einige Lehren und Erkenntnisse, die Investoren bereits jetzt aus dem Geschehen der vergangenen Tage ziehen können – und die Sie der Bilderstrecke oben entnehmen können. (aa)