Der Deutschlandaktienfonds Oddo BHF Frankfurt-Effekten firmiert seit einigen Tagen als Oddo BHF Sustainable German Equities. Damit verschwindet einer der einst bekanntesten Namen vom deutschen Asset-Management-Markt.

Das Portfolio war 1974 als FT Frankfurt-Effekten-Fonds aufgelegt worden. Nach der Verschmelzung des Vermögensverwalters auf Oddo BHF Asset Management im Jahr 2018 trug der Fonds die französisch-deutsche Privatbank im Namen, die Marke "Frankfurt-Effekten" wurde aber beibehalten – bis jetzt.

Umstellung auf ESG-Strategie
Mit der Umbenennung geht eine Umstellung auf eine nachhaltige Anlagestrategie einher, erläutert der Anbieter auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Der Fonds, der gemäß Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung eingestuft wurde, berücksichtigt bei der Analyse und Bewertung der Unternehmen nun auch ESG-Merkmale.

"Der Investmentprozess besteht aus zwei Stufen", erläutert die Gesellschaft. Zunächst würden Unternehmen aus umstrittenen Geschäftsfeldern und aufgrund "normbasierter Ausschlüsse" aussortiert. "Die zweite Stufe basiert auf einem internen Ratingprozess", so Oddo BHF AM. "Außerdem wurde im Zuge der Prospektänderung die Quote für Investitionen außerhalb Deutschlands erhöht."

Vier von fünf Fonds-Euro stammen von Versicherungskunden
Der Frankfurt-Effekten-Fonds zählte einst zu den besten Sondervermögen für deutsche Aktien. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Auf Sicht von drei, fünf und zehn Jahren hinkt der Fonds sowohl seiner Morningstar-Vergleichsgruppe "Aktien Deutschland" als auch dem Dax deutlich hinterher.

Dennoch verwaltet der Fonds immer noch gut eine Milliarde Euro. Das liegt auch daran, dass ein großer Teil seines Vermögens in fondsgebundenen Versicherungen steckt, deren Kunden ihr Portfolio erfahrungsgemäß sehr selten umschichten. Ende 2020 stammten rund 79 Prozent des Fondsvolumens von seinerzeit knapp 1,6 Milliarden Euro aus entsprechenden Versicherungen, zeigt eine Auswertung von FONDS professionell Deutschland (siehe Ausgabe 3/2021, Seite 238). (bm)