Inflationsgeschütze Anleihen sind weiterhin ein wichtiger Baustein der Asset Allocation, meint Heimo Flink von der Kapitalanlagegesellschaft Kepler Fonds. Denn die Geldentwertung werde langfristig zwar zurückgehen, könne mittelfristig aber höher liegen als von vielen Marktbeobachtern erwartet. Zudem gebe es inflationsindexierte Papiere momentan "zum Nulltarif" - der Schutz sei nicht eingepreist. Laut Flink ist es daher auch nach zwei Jahren mit steigender Inflation immer noch empfehlenswert, inflationsgeschützte Anleihen in Mischportfolios zu haben.  

Inflation wird das vom Markt eingepreiste Niveau unterbieten 
Der russische Angriff auf die Ukraine und die Verwerfungen am Energiemarkt werden weiter zu steigenden Preisen und Sorgen vor einer Stagflation führen, erwartet Kepler. "Die Sorgen vor noch höheren Inflationsraten, weiter steigenden Rohstoffpreisen und der Versorgungssicherheit hat sich insgesamt erhöht", sagt Flink. 

Der Experte stützt seine Prognosen auf die Entwicklung der Einkaufsmanager-Indizes. "Die Marktteilnehmer haben zwar ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone gesenkt, erwarten aber 2,8 Prozent für 2022. Hinsichtlich der Preissteigerungen liegt die Erwartung für 2022 bei 6,5 Prozent." (fp)