Fünfjahreshoch: Schwellenländer mit starkem Jahresauftakt 2026
Aktien aus Schwellenländern sind mit deutlichen Kursgewinnen ins neue Jahr gestartet. Vor allem Technologiewerte profitierten von der wachsenden Bedeutung Asiens im Bereich künstliche Intelligenz – während Währungen und Anleihen ein gemischtes Bild zeigten.
Aktien aus Schwellenländern sind mit kräftigen Gewinnen ins Jahr 2026 gestartet und auf den höchsten Stand seit fast fünf Jahren gestiegen. Treiber war der Optimismus über die wachsende Rolle Asiens im Bereich der künstlichen Intelligenz, der vor allem Technologiewerte in der Region nach oben zog.
Der MSCI Emerging Markets legte in der ersten Handelssitzung des Jahres um 1,7 Prozent zu – der stärkste Tagesanstieg seit Oktober – und schloss so auf dem höchsten Niveau seit Februar 2021. Der entsprechende Index für Schwellenländerwährungen zeigte sich am Freitag (2.1.) dagegen unverändert.
KI-Fantasie befeuert Technologiewerte
Die Aktienrally unterstreicht die anhaltende Begeisterung der Investoren für KI-nahe Anlagen, die weiterhin die globalen Aktienmärkte dominieren. Ein Index für Technologiewerte stieg um 2,8 Prozent, gestützt von der Euphorie rund um neue Börsengänge und den Ausblick für den Sektor. "Investoren sind stark in US-Wachstum und KI engagiert und suchen nach Regionen mit günstigeren Bewertungen oder solchen, die im vorherigen Zyklus weniger gut gelaufen sind", sagte Todd Sohn, Senior-ETF-Stratege bei Strategas Securities. "Genau hier kommen die Schwellenländer ins Spiel."
Der Chipentwickler Shanghai Biren Technology verzeichnete bei seinem Handelsdebüt in Hongkong kräftige Kursgewinne. Die Aktie von Baidu legte ebenfalls zu, nachdem die KI-Chip-Sparte des Unternehmens vertraulich einen Börsengang beantragt hatte. Auch Aktien aus Lateinamerika zogen am Freitag an, wenngleich der entsprechende Subindex lediglich um rund 0,5 Prozent stieg.
Währungen uneinheitlich – Fokus auf die Fed
Der MSCI-Index für Schwellenländerwährungen zeigte sich unterdessen richtungslos, da Händler ihre Aufmerksamkeit auf die Erwartungen einer geldpolitischen Lockerung durch die US-Notenbank richteten. Der brasilianische Real legte um fast 0,9 Prozent zu und führte damit die Gewinner an. Der mexikanische Peso und der südafrikanische Rand – beides wichtige Indikatoren für die Risikobereitschaft – stiegen jeweils um rund 0,6 Prozent.
Zu den schwächsten Währungen in den Schwellenländern zählte der argentinische Peso, der zu Beginn eines neuen Wechselkursregimes um mehr als ein Prozent nachgab. Die am Freitag in Kraft getretenen Änderungen erlauben es der Währung, innerhalb einer Bandbreite zu handeln, deren Ober- und Untergrenze sich schneller ausweiten wird, wodurch sich der Spielraum für eine mögliche Abwertung vergrößert.
Bewegung an den Anleihemärkten
An den Kreditmärkten zogen Kolumbiens kurzfristige Swaps an, nachdem das Arbeitsministerium erklärt hatte, die Regierung erwäge Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation, darunter auch Preiskontrollen.
Die in Dollar denominierten Staatsanleihen Senegals führten die Kursgewinne unter den Schwellenländern an, nachdem der Finanzminister Fortschritte bei den Gesprächen über eine neue Kreditlinie mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) signalisiert hatte. (mb/Bloomberg)














