Die gebeutelten Emerging Markets bieten momentan besonders spannende Anlagechancen, sagt Paul McNamara, Investment Director beim Fondsanbieter GAM. Er betrachtet vor allem die Türkei mit Interesse. "Hier ist die Binnennachfrage regelrecht eingebrochen", sagt er. Die Folge war eine deutliche Währungskorrektur. Noch ist die Türkei nicht über den Berg, so McNamara. "Allerdings eröffnet die Tatsache, dass das Land vor den Toren Europas eine große Produktionswirtschaft ist, interessante Chancen."

Weitere taktische Anlagechancen sieht der Investmentprofi in Brasilien und Argentinien. "Argentinien liegt vermutlich drei bis vier Monate hinter der Türkei zurück", erklärt er. Den Einbruch der Binnennachfrage und den Absturz der Währung hat das Land bereits hinter sich. Argentinien könnte als großer Soja-Exporteur vor allem dann profitieren, wenn der Sojapreis steigt. Brasilien muss wiederum seine Ausgaben in den Griff bekommen, sagt McNamara. Er hält dort auf kurze Sicht immerhin eine stimmungsbedingte Erholung für möglich.

USA bleiben wichtigster Faktor für die Emerging Markets
Haupttreiber für Schwellenländer-Währungen ist und bleibt der US-Dollar. "Solange das US-Wachstum den Rest der Welt überflügelt, dürfte der Dollar kaum an Schwung verlieren. Der jüngste Rückgang von US-Aktien wirkt sich allerdings günstig für die Schwellenländer aus", so der GAM-Experte. Er ist überzeugt: Auch wenn Schwellenländer-Investments derzeit kein offensichtliches Schnäppchen sind, bergen sie doch großes Potenzial. (fp)