Viele Investoren sehen nach wie vor Anzeichen dafür, dass im Jahr 2019 der lange Konjunkturzyklus an seine Grenzen stößt. Schließlich hat das herausfordernde Jahr 2018 die Bewertungen und die Anlegerstimmung erheblich gedämpft. Andrew Wilson von Goldman Sachs Asset Management ist indes optimistisch: "Aus unserer Sicht waren diese Verschiebungen zu umfangreich", sagt er. "Damit gibt es durchaus Chancen für positive Überraschungen." 

Wilson sieht drei Gründe, warum Investoren positiv in die Zukunft blicken können. Erstens geht er davon aus, dass sich zwar das Wirtschaftswachstum in den USA verlangsamen wird, die konjunkturelle Schwäche außerhalb der USA aber überwunden ist. Die anhaltende globale Wachstumsdynamik unterstützt zweitens die Unternehmensgewinne und damit auch die Wertentwicklung von Risikoanlagen, so der Experte. Drittens weist Wilson auf die Messlatte für positive Überraschungen hin, die nach dem turbulenten Jahr 2018 reichlich niedrig liegt.

Absturz war übertrieben
Der Goldman-Sachs-Experte hält die deutlich gesunkenen Bewertungen für zu niedrig. Verglichen mit den makroökonomischen und den unternehmensspezifischen Fundamentaldaten waren die Kursstürze übertrieben, urteilt er. Zwar dürften die Reife des Konjunkturzyklus, die Handelsspannungen und die populistische Politik Anlegern auch weiterhin Sorgen bereiten. "Doch es ist unserer Ansicht nach zu früh, um sich für das Ende des Zyklus zu positionieren", so Wilson. Sein Tipp: Investoren sollten ihr Engagement in Risikoanlagen noch nicht verringern. (fp)