Mit seiner Idee, Aktienkäufe für die Altersvorsorge steuerlich zu subventionieren, ist der CDU-Vorstandskandidat Friedrich Merz auf herbe Kritik gestoßen. Sowohl Parteifreunde als auch politische Gegner und Wissenschaftler positionieren sich klar gegen den Vorschlag. Reinhard Panse, Chefanlagestratege des Multi-Family-Offices HQ Trust, hat die Kritik unter die Lupe genommen. Sein Fazit: Merz‘ Gegner argumentieren alles andere als sachlich.

Anders als vielfach behauptet wäre die steuerbegünstigte Aktien-Rente nicht nur etwas für Reiche, sagt Panse: "Friedrich Merz ist nicht der einzige Bundesbürger, der unter erträglichen Entbehrungen 50 Euro monatlich sparen könnte." Auch 150 Euro pro Monat dürften für die meisten Bundesbürger erschwinglich sein. "Zudem geht es hier nicht um Aktiendeals, sondern um die Geldanlage in einem Fonds, der weltweit in Aktien investiert und Einzelposten oft jahrzehntelang hält", gibt der Anlageexperte zu bedenken.

Staat muss Aktien attraktiver machen
Auch den Einwand mehrerer Wissenschaftler, es gebe keinen Grund, bestimmte Anlageformen zu begünstigen, will Panse nicht gelten lassen. Seit dem Jahr 1900 haben Aktien Anleihen fast immer um durchschnittlich mehr als vier Prozent pro Jahr übertroffen. "Nach Zeiten hoher Staatsverschuldung, also nach 1945, lag der 30-Jahres-Renditevorsprung von Aktien gegenüber Renten sogar bei sieben Prozent", betont Panse. 

Deutsche Sparer scheuen traditionell vor Aktien-Investments zurück. Deshalb sieht der Vermögensprofi den Staat umso mehr in der Pflicht, diese Anlageklasse für den Durchschnittsverdiener attraktiver zu machen. (fp)