Die Märkte sind aus dem Gleichgewicht geraten, sagt Talib Sheikh, Fondsmanager bei Jupiter Asset Management. In den vergangenen zehn Jahren haben die großen Zentralbanken die Märkte mit Liquidität geflutet und die Zinsen immer weiter gesenkt. Um die Wirtschaft nach der Finanzkrise anzukurbeln, wurden 15 Billionen US-Dollar in die Weltwirtschaft gepumpt. Das hatte Marktverzerrungen zur Folge. So sind in der Eurozone aktuell fast ein Drittel der Staatsanleihen Verlustgeschäfte, erklärt Sheikh.

Die US-Notenbank Fed wagt mittlerweile eine Normalisierung der Geldpolitik und lässt die Zinsen seit drei Jahren wieder steigen. Das führte im vergangenen Jahr allerdings zu Schwankungen und Verlusten in nahezu allen Anlageklassen. Vor allem Schwellenländer mit hohen US-Dollar-Schulden treffen die Zinserhöhungen stark, sagt Sheikh. Seiner Ansicht nach wird es noch eine Zeitlang dauern, bis die Märkte ein neues Gleichgewicht gefunden haben. Anleger müssen bis auf weiteres mit hohen Schwankungen an den Aktien- und Anleihemärkten rechnen.

Jupiter setzt auf risikoarmes Portfolio
Bei Jupiter AM zieht man Konsequenzen aus dem schwierigen Marktumfeld. Sheikh setzt mit einer vergleichsweise niedrigen Aktienquote vorerst auf Sicherheit. Angesichts des soliden US-Wachstums vertraut er jetzt vor allem auf Anleihen und Aktien aus den vereinigten Staaten. Sobald die Märkte die veränderte Lage mit niedrigerer Liquidität und etwas schwächerem Wirtschaftswachstum verdaut haben, könnte man diese Strategie in wieder überdenken, so der Starmanager. (fp)