Erfahrene Berater wissen: Dividendenzahlungen sollten beim Depotaufbau keinesfalls unterschätzt werden. Sie sind nicht nur ein symbolischer Akt oder eine "Treueprämie", den das betreffende Unternehmen seinen Anteilseignern gewährt. Sie sind wie Butter aufs Brot für viele Aktionäre. Das zeigt eine aktuelle Studie von Allianz Global Investors (AGI).

Allein für 2019 erwartet Jörg de Vries-Hippen, Chefanlagestratege für europäische Aktien  und Fondsmanager des Allianz European Equity Dividend, dass die im MSCI Europa  versammelten AGs Gewinnbeteiligungen in Höhe von rund 350 Milliarden Euro an ihre Aktionäre überweisen. Damit würden rund 16 Milliarden Euro (4,8%) mehr zur Ausschüttung kommen als im Vorjahr. Europäische Unternehmen gelten im internationalen Vergleich ohnehin als besonders spendabel. So lag deren Dividendenrendite Ende 2018 bei durchschnittlich circa 3,8 Prozent.

Das hat Folgen, und zwar sehr wünschenswerte. "Im Anlegerdepot haben Ausschüttungen eine Airbag-Funktion, die sich gerade angesichts der unsicheren Marktsituation besonders vorteilhalft auswirken kann“, erläutert Hans-Jörg Naumer, der als Leiter Kapitalmarktanalyse für die aktualisierte Studie "Kapitaleinkommen mit Dividenden“ von Allianz Global Investors verantwortlich zeichnet. "Dividenden können das Portfolio stabilisieren, weil sie Kursrückschläge abfedern und planbare Einkommen generieren.“

Entscheidender Performance-Treiber und Risiko-Dämpfer
Laut der AGI-Publikation haben Ausschüttungen seit 1973 bis heute einen Anteil von rund 41 Prozent an der Gesamtrendite europäischer Aktien. Doch nicht nur die Dividenden selbst sorgen für Mehrwert bei Aktieninvestments. "Dividendenstarke Aktien entwickeln sich deutlich weniger schwankungsintensiv als Aktien von Firmen mit geringeren Dividendenzahlungen. Das deutet ein Blick in den Rückspiegel am Beispiel der USA an, wo die längsten Zeitreihen seit 1975 verfügbar sind“, sagt Naumer. Die Volatilität von US-Unternehmen, die Dividende zahlten, fällt im Vergleich zu Unternehmen ohne Gewinnausschüttungen deutlich geringer aus. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich für europäische Dividendentitel seit den 1990er Jahren ab.

Die interessantesten Charts aus der Studie können Sie der Galerie oben entnehmen. Dort verraten wir Ihnen auch, welcher Aktienmarkt die höchsten und welcher die niedrigsten Diviendenrenditen bietet. (aa)