Mit der Riester- und Rürup-Rente wollte die Politik den Bürgern die private Altersvorsorge erleichtern und sie zugleich attraktiv machen. Ein guter Gedanke, der in der Praxis aber gescheitert ist, kritisiert Loys-Starfondsmanager Christoph Bruns. Er nennt dafür drei Gründe: Erstens würden die Modelle in viel zu geringerem Umfang auf Aktien setzen. Zweitens hätten die Produkte teure, aber unnütze Garantien eingebaut. Und drittens seien die Kosten schlicht zu hoch.

Riester und Rürup sind laut Bruns zu stark im typisch deutschen Versicherungsdenken stecken geblieben, anstatt die großen Vorteile der kapitalgedeckten Altersvorsorge richtig zu nutzen. Für den Anlageprofi ist das nur ein weiterer Grund, der ihn in seiner Forderung bekräftigt, dass die private Altersvorsorge keinerlei "staatlicher Zwangssysteme" bedarf.

Privilegien für Staatsanleihen gehören abgeschafft
Stattdessen plädiert er dafür, die Steuerlast für diejenigen zu senken, die durch langfristiges Aktiensparen ein Polster fürs Alter aufbauen möchten. "Ein erster Schritt könnte darin bestehen, die Privilegien für Staatsanleihen abzuschaffen", sagt Bruns. Dann könnte bei der Vermögensallokation endlich ein fairer Wettbewerb unter gleichen Bedingungen stattfinden. "Hätte man dergleichen vor 30 Jahren umgesetzt, dann wäre die Aktienanlage hierzulande weit verbreitet und der Wohlstand ungleich höher." (fp)