Im November 2020 entscheidet sich, ob US-Präsident Donald Trump eine zweite Amtszeit antreten wird. Das Jahr vor der Präsidentschaftswahl wird auch für die US-Aktienmärkte ein besonderes sein, ist Ritu Vohora, Investmentdirektor bei M&G Investments, überzeugt. Derzeit mehren sich zwar die Anzeichen, dass sich die US-Wirtschaft im Spätzyklus befindet. Vohora sieht aber auch viele Faktoren, die nach wie vor stimulierend auf die Aktienmärkte wirken. So wächst die US-Wirtschaft immer noch stark, die Arbeitslosenquote ist niedrig, die Geldpolitik bleibt expansiv und "vor allem bleibt die Verbrauchernachfrage stabil", sagt die Expertin.

Bisher konnten US-Unternehmen ihre Erträge in diesem Jahr in vielen Bereichen steigern. Zugleich ist aber auch der Druck gestiegen, Gewinne zu machen. Das hat bei vielen Unternehmen die Bereitschaft gesenkt, Geld auszugeben oder zu investieren. "Sollte diese Zurückhaltung zu einer Welle von Herabstufungen führen, könnte das die ohnehin schon vorsichtige Stimmung der Anleger noch weiter trüben", sagt Vohora. Allerdings wurde auch schon vor den letzten beiden Berichtszeiträumen ein Gewinnrückgang erwartet und am Ende waren die Ergebnisse sogar noch besser als gedacht – es bleibt also spannend.

Chancen und Risiken im Wahljahr
US-Investoren sollten im Wahljahr vor allem politisch sensible Branchen im Blick haben. Dazu gehört zum Beispiel das Gesundheitswesen: In den USA sind die Gesundheitskosten viel höher als in anderen Ländern. Daher werden Politiker laut Vohora dazu neigen, in der Hoffnung auf Wählerstimmen eine stärkere Regulierung zu versprechen. "Davon wären dann Branchen wie etwa die Pharmaindustrie betroffen", sagt die Expertin. Doch ein Ausverkauf auf der einen Seite des Sektors eröffnet immer auch Chancen auf der anderen Seite – in diesem Fall zum Beispiel im Bereich "Managed Healthcare". "Wir denken, dass US-Aktien die sogenannte 'Wall of Worry' überwinden werden", sagt Vohora. Investoren sollten sich aber keine Illusionen machen: "Die Renditen dürften nicht mehr so üppig ausfallen wie bisher." (fp)